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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Flugzeug-Höhentransporte – Teil I

Flugzeug-Höhentransporte – Teil I

Im Jahr 1926 musste der erst am 1. Juni 1925 offiziell in Betrieb gegangene Flughafen Innsbruck zwar überraschend den Verlust der erst im Vorjahr aufgenommenen CIDNA-Langstrecke Paris-Straßburg-Zürich-Innsbruck-Wien hinnehmen, doch gelang es 1926 neben dem Linienflugbetrieb noch zwei weitere Standbeine zu etablieren. Einerseits die Aufnahme eines Rundflugbetriebs mit dem Flugzeug „Tirol“ durch den Flughafenbetreiber, der Tiroler Flugverkehrs-Gesellschaft, und anderseits die Abwicklung von Flugzeug-Höhentransporten. Die Idee zu diesem Vorhaben geht zurück auf Franz Hailer, dem Vorstand der Süddeutschen Aero Lloyd A.G., der sich schon im ersten Betriebsjahr des Innsbrucker Flughafens (1925) zusammen mit Raoul Stoisavlevic, dem stellvertretenden Flughafenleiter in Innsbruck und Streckenführer der Süddeutschen-Aero-Lloyd-Verbindung München-Innsbruck, konkrete Gedanken für die Durchführung von Flugzeug-Höhentransporten machte. Derartige Spezialflüge, die in erster Linie der Versorgung von alpinen Hütten dienten, wurden versuchsweise schon in den deutschen Alpen durchgeführt. Doch mit der Inbetriebnahme des Innsbrucker Flughafens stand nun ein im Alpenraum ideal gelegenes Flughafengelände zur Verfügung, um dort einen Stützpunkt für Flugzeug-Höhentransporte zu errichten. Dieser Plan stieß nicht nur beim Deutschen und Österreichischen Alpenverein, sondern auch bei den Verantwortlichen des Innsbrucker Flughafens auf entsprechendes Interesse. Darüber hinaus sah Franz Hailer in der Person von Raoul Stoisavlevic den geeigneten Piloten, der dieser nicht ganz einfachen fliegerischen Aufgabe auch gewachsen war. Schließlich zählte er im Ersten Weltkrieg zu den Fliegerassen der k. u. k. Luftfahrtruppen. Unter diesen Voraussetzungen hatte Franz Hailer zusammen mit Raoul Stoisavljevic alle Maßnahmen gesetzt, um dieses Projekt umsetzen zu können. Während sich Franz Hailer um das passende Fluggerät bemühte, hielt Raoul Stoisavljevic Ausschau nach geeigneten Abwurfstellen im Gebirgsraum. Der am 6. Jänner 1926 aus wirtschaftlichen Gründen erfolgte Zusammenschluss zwischen der Junkers Luftverkehrs A.G. und der Deutschen Aero Lloyd A.G. zu einer gemeinsamen Fluggesellschaft unter dem Namen Deutsche Luft Hansa A.G. (= damalige Schreibweise), änderte nichts an dem schon fortgeschrittenen Vorhaben. Wenige Wochen später erteilte das Bundesministerium für Handel und Verkehr am 27. Jänner 1926 der Deutschen Luft Hansa A.G. die Genehmigung zur Durchführung der gewünschten Flugzeug-Höhentransporte vom Stützpunkt Flughafen Innsbruck.

Literatur-Tipp: Tanja Chraust: Erste Einblicke in den Nachlass des Innsbrucker Luftfahrtpioniers Raoul Stoisavljevic, in: Zeit – Raum – Innsbruck 16, Innsbruck 2021 (hier erhältlich).

Autorin: Tanja Chraust / Foto: Claudia Lantschner (Stoi)

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