Das Gold im Wald
Still und leise schleichen sie durch den Wald. Immer mit dabei: ihr Jagdwerkzeug sowie Körbe oder Stoffsackerln für den sicheren Transport ihrer Beute. Diese hat derzeit Hochsaison und lockt scharenweise Sammler in den Wald – immer auf der Suche nach dem gelben Gold: dem berühmt-berüchtigten Eierschwammerl, auch bekannt unter seinem Decknamen Pfifferling.
Für Ortskundige ist es leichte Beute, doch Jahr für Jahr zieht es auch Fremde an, die dann durch den Wald irren – in der Hoffnung, fündig zu werden. Erfahrene Sammler hingegen sind Einzelgänger, meiden Menschenansammlungen und möchten unentdeckt bleiben. Zu groß wäre die Gefahr, dass ihre Geheimplätze plötzlich nicht mehr verborgen sind. Der Diskretion zuliebe geht man sich daher aus dem Weg.
Diejenigen, die auf den Nervenkitzel der Jagd – oder vielmehr des Sammelns – verzichten können und dennoch nicht gänzlich auf das Eierschwammerl verzichten möchten, lassen sich beim Lebensmittelhändler ihres Vertrauens antreffen. Ein großer Vorteil hierbei: Die Ware ist geprüft, und Vergiftungserscheinungen können – bei korrekter Zubereitung – vermieden werden.
Eine weitere Möglichkeit ist natürlich auch die Prüfung der gefundenen Pilze durch die Experten der städtischen Pilzberatungsstelle.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-2572-1)
Agnes Muigg