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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Eine Woche Skikurs Und Verpflegung Um 55 Schilling

Eine Woche Skikurs und Verpflegung um 55 Schilling

In dem Merkblatt, deren Cover auf dem heutigen Bild oben das idyllisch verschneite Mutters zeigt, informiert die vom staatlich geprüften Skilehrer Sepp Ramersdorfer geleitete Skischule Innsbruck – bestehend aus insgesamt drei Lehrern und einem „bärtigen Skibergführer“ – über die Kurse der Saison 1932/33. Die Angebote waren zwar in erster Linie an Hochschüler gerichtet, standen jedoch allen Interessierten offen.

Der Folder gewährt einen lebhaften Einblick in die Gestaltung von Skiurlauben in Innsbruck und Umgebung vor beinahe 100 Jahren. Vom winterlichen Massentourismus kann zu dieser Zeit noch keine Rede sein. Ablesen lässt sich das etwa an den Angaben zu den Unterkünften während der fünftägigen Kurse: Die Gasthöfe boten zwischen fünf und 30 Betten an und warben unter anderem mit fließendem Warmwasser, einer Glasveranda oder Zentralheizung.

Aus heutiger Sicht wirken die angebotenen Termine, die bis tief in den Mai hinein reichen, fast unvorstellbar. Damals herrschte offenbar große Unbeschwertheit in Sachen Schneemangel. Für den Ausnahmefall hatte man jedoch Ausweichmöglichkeiten parat: das Hafelekar und den Patscherkofel. Dort, so versicherte die Skischule, finde man auf über 2.000 Metern Höhe „ständig sicheren Skischnee“.

Zudem kündigte man eine terminliche Anpassung der Kurse in jenem Winter an, da in dieser Saison erstmals die Skiweltmeisterschaften – damals noch „FIS-Wettkämpfe“ genannt – in der Region stattfanden. Eine ganze Beitragsserie dazu finden Sie hier auf unserem Blog.

Bezüglich der Person Sepp Ramersdorfer sollte abschließend darauf hingewiesen werden, dass er während der NS-Zeit als NSKK-Sturmführer am Judenpogrom 1938 in Innsbruck beteiligt war und für seine Teilnahme gerichtlich verurteilt wurde. Biografische Details können Sie nachlesen bei Thomas Albrich (Hrsg.), Die Täter des Judenpogroms 1938 in Innsbruck, Innsbruck-Wien 2019, S. 282-285. Ramersdorfer starb 1956 in Innsbruck.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Div-4979)

Elias Lanzinger

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