Grüße aus der…?
Heutzutage kennen wir ja Postkarten wenn überhaupt noch als kleine Urlaubsgrüße von Freunden oder Verwandten. Zu sehen sind meist Traumstrände oder besonders schöne Sehenswürdigkeiten. Doch wer von uns hat schon eine schön gestaltete Karte eines Krankenhauses bekommen, oder gar von einer Industrieanlage? Ich noch nie, aber vielleicht ist unter unseren Leser*innen ja jemand, der experimentierfreudige Menschen unter seinen Bekannten hat, die solche Karten versenden. Das heutige Beispiel aus unserer Sammlung stammt aus einer vergangenen Ära, in welcher der Versand solcher Postkarten durchaus üblicher war. Doch was zeigt uns die wunderschön kolorierte Karte, und aus welcher Innsbrucker Ecke wurden die Grüße versendet?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Bi-k-1028)
Falls die Trainkaserne einen Vorgängerbau hatte, kann ich mir vorstellen, dass er so ausgesehen hat. Schade, dass kein einziger Berg zu sehen ist 😉
Kaserne oder, weil gerne etwas ähnlich, Schule war auch mein erster Gedanke. Allerdings stört das kleinere vornehmere Gebäude, an welches man das Ungetüm ohne Rücksicht auf etwaige Fenster drangepickt hat, jeden gradlinigen Erklärungsversuch. Es sieht für mich jedenfalls aus wie das ältere der beiden Objekte, in dem einst der Spender des anderen gewohnt haben mag, das andere ist aber auch schon etwas verwittert. 1820 und 1890 wären für mich typische Baujahre.
Die Trainkaserne hat man laut den mir zur Verfügung stehenden Quellen – peng! – auf die grüne Wiese gestellt. Die Vorgängerin stand am Gelände des späteren Milchhofs. Ich hab eine Abbildung mit Text in der Fischnaler Chronik gefunden. Den darüber befindlichen Eintrag zur Mentelberger Geschichte laß ich als Nachschlag zum kürzlich besprochenen Thema stehen, inklusive ein Stück meines Daumens als Gegenstück zum Archivschuh.
https://postimg.cc/mhq2ft8J
An der Kaiserjägerstraße gab es am Ort der Polizeidirektion das militärisch genutzte Ingram Anwesen, ein kleiner adeliger Bau, allerdings mit hier nicht vorkommenden Erkertürmchen.
Wenn man im hinteren Gebäude logiert hat, steht auf der Rückseite „Endlich komm ich hier weg“, aus dem anderen Haus tönt es eher „Hier wohne ich jetzt!“. Obwohl die Noblesse durch die zwei straßenbündigen Erdgeschoßfenster empfindlich leidet.
Vielleicht doch ein Spital?
Ich nehme an, dass das große Gebäude das heutige Haus Innrain 49 ist – was immer auch da jetzt drinnen ist
Früher war das der Zahlstock – oder?
Da haben wir einmal sogar darüber diskutiert: https://innsbruck-erinnert.at/die-klinikkreuzung/
… und https://innsbruck-erinnert.at/firstfeier-aber-wo/
Zum „Zaunspezialisten“ dieses Forums wurde ja einst Herr Roilo gekürt, aber mein erster Gedanke war hier tatsächlich wegen der Zaun-/Mauersituation die Trainkaserne bzw. ein möglicher Vorgängerbau. Dann auch noch das Fuggerhaus bzw. die Knaben-Bürgerschule, weil ebenfalls ein recht mächtiges Gebäude. Das ging sich wegen der Dachform und der fehlenden Fenster an der Schmalseite nicht aus. Der (versteckte?) Hinweis von Herrn Herbst auf ein Krankenhaus ließ mich wegen der Mauer auch an eine psychiatrische Einrichtung denken.
Ich sehe hier eigentlich drei unterschiedliche Baukörper. Als jüngstes Objekt würde ich das nierdrige langgestreckte einschätzen. Damit wäre ich nach einem Umweg über Schule und Spital wieder bei einem Kasernenbau. In der Kapuzinergasse waren doch auch die Stallungen für die Reitenden Tiroler Landesschützen untergebracht, sind am End‘ die hier zu sehen?
Den nobleren Teil dieses Ensembles hielt ich zunächst für eine Art Hauskapelle, übriggeblieben von einem einst größeren Gebäude, weil ich unter dem schmalen Quergiebel eine Engelstatue zu erkennen glaubte. Das hat sich aber nach -zig Vergrößerungsschritten auch nicht wirklich bestätigt.
Das schwierige an diesem Bild scheint mir das komplett fehlende Umfeld zu sein. Ein echtes Rätsel eben!
Leider scheint es doch nicht der Zahlstock zu sein. Der war so ein liegendes E mit Kapelle. Ich habe alte Stadtpläne zu Rate gezogen, da gab es in dieser Gegend keinen Grundriß, auch nicht ein einzeln stehendes Haus, welches das kleinere des Ensembles sein hätte können. Wir suchen ein L mit am horizontalen L-Strich angehängtem 2/3 quadratischen Rechteck.
Gescheiterte Versuche meinerseits waren u.a. die Vermutung Lazarett in der Weinhartstraße.
P.S.: Spiegeln macht das Gebäude auch nicht vertrauter.
Tja, Herr Hirsch, zurück an den Start – ich finde auch kein „L“!
Vielleicht stand das „L mit am horizontalen L-Strich angehängtem 2/3 quadratischen Rechteck“ nicht in der Weinhartstraße, sondern war eines der insgesamt 10 Gebäude, die das neue Garnisonsspital in Pradl (später Conradkaserne) bildeten. In einer Beschreibung der Anlage in den IN vom 3. Sept. 1910 ist u. a. auch von einer Betonmauer zu lesen, die sämtliche Objekte und die Parkanlagen umschließt: https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19100903&query=%22Garnisonsspital%22&ref=anno-search&seite=4
Im Beitrag „In aller Stille: Das Garnisonsspital“ von Herrn Bürgschwentner sind diese Pavillons auf alten Ansichtskarten zu sehen. Nur leider nicht aus der Luft, sonst wäre es vermutlich ein Leichtes, dieses gesuchte „L…“ zu entdecken – oder eben auch nicht:
https://innsbruck-erinnert.at/in-aller-stille-das-garnisonsspital/
Ja, aber der vordere villenartige Altbau, der m.M. zum Innsbrucker Altbestand gehört? Die Conradkaserne wurde außerdem in einem Guss erstellt. Da war lang nur grüne Wiese.
Vielleicht stand das Ensemble gar nicht so frei wie es der Maler uns hier zeigt. Der Anbau mit kahler Seite sieht eher nach ‚Raumnot‘ aus.
Mich erinnert zumindest der Stil an die Fassaden in der Universitätsstraße. Ein bestimmtes Haus bietet sich jedoch nicht an.