skip to Main Content
#bilderschauen --- #geschichtenlesen --- #gernauchwiederimarchiv
Top Secret

Top secret

Was macht eigentlich ein Privat-Detektiv? Gibt es auch öffentliche Detektive?

Wir alle haben sofort das in zahllosen Krimis kultivierte Bild von gescheiterten Privat-Detektiven (meist mit schweren Alkoholproblemen und Kettenraucher), die aus heiterem Himmel und gegen ihren Willen den Auftrag ihres Lebens erhalten.

Aber zurück zum wirklichen Leben. Ehebruch, Betrügereien, Veruntreuungen und ähnliche Delikte stehen wohl am häufigsten auf der Auftragsliste dieser Berufsgruppe. Wie sehr diese Dienstleistung in Pradl [Lieber Herr Roilo: Ja, in Pradl!] in Anspruch genommen wurde ist schwer zu sagen.

Dennoch sehen wir auch hier ein Klischee aus diversen Krimis erfüllt. Bei dem Detektiv handelt es sich um einen „Kriminal-Kommissär a.D.“.

Da sollten wir uns die Biographie des Herrn Detektivs etwas genauer anschauen. Man ist versucht an zwei Generationen zu denken, es dürfte sich aber um eine Person handeln.

Bereits 1899 scheint Josef Anton Feuerstein als Wachmann der städtischen Sicherheitswache, damals noch in der Hofgasse 4 wohnhaft, erstmals auf. Diese Funktion erfüllt er auch noch 1910. Bis 1917 hat er es zum Postenkommandanten der Sicherheitswache gebracht; 1921 zum Revier-Inspektor. In dieser Zeit dürfte er sich selbständig gemacht haben. Auch die Geschäfte dürften nicht so schlecht gelaufen sein, arbeitete er doch bis in die 1940-er Jahre als „Schnüffler“, wie der Beruf oft zu unrecht verunglimpft wird. 1953 scheint er als Pensionist in Innsbruck gelebt zu haben. Sein Sohn war in der Folge als Betreiber eines Wohnungsvermittlungsbüros tätig.

Auch wenn es sich hier um eine oberflächliche und nicht bestätigte Recherche handelt, so ist es für mich auch nach über 20 Jahren immer noch faszinierend, welche faszinierenden Geschichten hinter einer einfachen Visitkarte stecken können.

(Quelle: Privatsammlung)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Sehr interessante Informationen, tatsächlich findet sich in den unergründlichen Weiten der Zeitungsarchive Ergänzendes zur Person dieses Privatdetektivs:

    Ich hoffe, dass hier die Absätze nicht zusammengeschoben werden, wie im vorigen Kommentar:

    1923: ein frühes Inserat des Detektivbüros Feuerstein https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19230530&query=%22josef+anton+feuerstein%22&ref=anno-search&seite=13

    1924: ein Zwist mit einem Konkurrenten, welcher den Herrn Feuerstein als „Pradler Hausierer“ bezeichnet https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19240621&query=%22josef+anton+feuerstein%22&ref=anno-search&seite=14

    1927: Erweiterung der Firma durch ein Inkasso-Büro mit neuer Telefonnummer 1272, wie auf der Visitenkarte aufgestempelt https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tan&datum=19270910&query=%22josef+anton+feuerstein%22&ref=anno-search&seite=17

    Die Visitenkarte wird wohl auf ca. 1925/27 zu datieren sein.

    1931: Inserat mit neuer Adresse in der Erlerstraße 3 https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=19311124&query=%22josef+anton+feuerstein%22&ref=anno-search&seite=10

    Es finden sich eine Vielzahl gleichartiger Inserate, aber leider keine Zeitungsberichte über irgendwelche aufregenden Kriminalfälle.

  2. Schau, schau, was es damals schon alles in Pradl gegeben und anscheinend auch gebraucht hat – aber möglicherweise eh nur für die Stadtler! Haha! Dazu passt ja auch der Beitrag von Herrn Josef Auer (danke!), dass Feuerstein 1931 eine neue Adresse in der Erlerstraße hatte! Ich selbst war ja in seiner aktiven Zeit noch etwas zu jung, um seine Dienste in Anspruch zu nehmen bzw. nehmen zu müssen!

    J.A. Feuerstein wohnte und arbeitete also von der Pradlerstraße Nr. 30 aus – das ist das Eckhaus Pradlerstraße – Gaswerkstraße! Zu diesem Haus werde ich auf http://innsbruck-erinnert.at/einmal-mit-vertauschten-rollen/ etwas schreiben, damit der Beitrag für die Pradlerstraße wieder etwas in Schwung kommt!

    Interessant ist auch die Anspielung im Zeitungsartikel aus 1924 mit dem Vergleich zu einem Großkaufmann in der Maria-Theresien-Straße!!! Herr Feuerstein dürfte wohl aus Vorarlberg (Hohenems??) stammen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top
×Close search
Suche