skip to Main Content
#bilderschauen --- #geschichtenlesen --- #gernauchwiederimarchiv
Theresienkirche Auf Der Hungerburg (II)

Theresienkirche auf der Hungerburg (II)

Dieser und der nächste Beitrag beschäftigen sich nur überblicksartig mit den „Weiler-Fresken“, über die von berufener Seite einige längere Beiträge verfasst wurden. Eine ausführliche Besprechung würde den Rahmen dieser Reihe sprengen.

Da Ernst Nepo aufgrund seiner NS-Vergangenheit für die weitere Ausgestaltung der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr tragbar war, wurde ein Wettbewerb mit dem Thema „150-jähriges Jubiläum des Bundes des Landes Tirol mit dem Herzen Jesu“ (1796-1946) ausgeschrieben, den der damals noch nicht so bekannte Künstler Max Weiler (1910-2001) gewann.

Schon gleich sorgte obiges Fresko mit dem Titel „Verehrung des Herzens Jesu“ für große Empörung. Für uns heute unverständlich bemängelte man die technische Ausführung, bezeichnete man das Bild als „Schmierskizze“. Vielleicht wollte man sich auch mit der Darstellung der Tiroler Identität und dessen religiöser Haltung nicht abfinden. Bekrittelt wurde unter anderem die grobe Darstellung Gottvaters und der unproportionierte Christuskörper. Das Tiroler Paar sei wie eine Trachtengruppe ohne Frömmigkeit zu bunt dargestellt. Wesentliche Änderungen wurden gefordert.

Vehement verteidigt wurde Weiler vom damaligen Stadtpfarrer Domenikus Dietrich von Wilten, der den Bau der Theresienkirche initiiert hatte. Er ist auf dem Fresko links unten kniend mit dem Modell der Kirche in den Händen abgebildet. Bischof Paulus Rusch (1903-1986) äußerte sich angeblich zu dem Fresko folgendermaßen: „Wäre die Gestaltung des Vatergottes und die des Gekreuzigten so gut ausgeführt, wie die Ihre (gemeint ist Domenikus Dietrich), so hätte ich gegen das Ganze nicht mehr viel einzuwenden.“

Daher musste Weiler auf Anweisung von Propst Dr. Josef Weingartner das Fresko „verbessern“, erst dann konnte er mit den anderen Bildern fortfahren.

Noch ein kurzes Wort zur Bild-Symbolik: Wir sehen eine an Innsbruck erinnernde Landschaft, der alte Mann mit dem Ruder symbolisiert den Inn, das blaue (!) Pferd und das Rind stehen für die Tierwelt, die Gott ebenso huldigt wie das Tiroler Paar. Im untersten Teil des Bildes muss der Teufel den Sieg Gottes anerkennen.

Wie es mit den noch fehlenden Fresken weitergegangen ist, ist im nächsten Beitrag zu lesen …

(Foto: Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Signatur: Div-1337)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top
×Close search
Suche