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Schindeldiebstahl

Schindeldiebstahl

Die vergoldeten Kupferschindeln des Goldenen Dachls lockten über die Jahrhunderte immer wieder Diebe an. Der erste – durch einen Steckbrief des Täters – überlieferte Diebstahl ereignete sich 1750, der letzte im Jahr 2012. Im Stadtarchiv ist der Steckbrief des vermeintlichen Schindeldiebes von 1750 erhalten geblieben: Darin wird das Aussehen und die Kleidung des circa 30 Jahre alten Mannes detailliert beschrieben:

Steckbrief Seite 1
Steckbrief Seite 2

Transkription:

Erstlich seye dieser Tyroler ein sehr langer Kerl / beyläuffig von 6 Schuh / starck / dick-untersetzer Statur: von breiten Schulteren: schwarz / dupfeten / langlechten Angesichts: schwarz-braunen Schnauz-Barths: trag ein weiß-grobes Kittele: und deto sehr weite Hosen; die Waden seyen ungemein starck und robust anzusehen / daß man nicht leicht einen so starcken Kerl finden werde. Habe Tyroler-Schuh mit Bändel angehabt / mit denen Füssen seye er blos in Schuhen gestanden / mithin an denen Strümpffen keine Socken gehabt: Die Haar waren ganz kurz am Kopff / und schwaz-braun / ganz kurz geschnitten: er möchte etwa beyläuffig 30. Jahr alt seyn; habe eine starcke grobe Aussprach: Des übrigen seyen die Blatter-Steppen im Angesicht nicht gar viel / aber groß / und tief: und dörfte dieser wegen über den Kopf empfangenen Streichen ein- oder mehrere Kennzeichen haben.

Es ereigneten sich weitere Schindeldiebstähle. So wurde zum Beispiel 1998 während der Renovierung des Erkers eine Schindel entwendet. Sie wurde kurz darauf mit folgendem beiliegenden Schreiben an den ORF Tirol geschickt: „Habts scho gschwitzt? Passt’s halt bessa auf auf’s Goldene Dachl. Aber mia sein jo it so.“ Im Oktober 2007 wurde dem Goldenen Dachl im Rahmen eines Kulturprojekts eine Schindel entnommen und an einem Stadel in Vals im Wipptal angebracht. Im Gegenzug zierte eine Holzschindel dieses Schuppens das Goldene Dachl. Zehn Tag nach Start des Projekts wurde die Goldschindel gestohlen, tauchte 2009 aber wieder auf. Im April 2012 wurden wieder im Zuge von Renovierungsarbeiten sieben Schindeln, die aber nach und nach an öffentlichen Orten wieder auftauchten, entwendet.

(Stadtarchiv Innsbruck, VO-1523-1, VO-1523-2)

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