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Palais Taxis

Palais Taxis

Auf unserem Stadtarchiv-Foto von ca. 1920 ist zentral mit dem schmiedeeisernen Balkon das Palais Taxis in der Maria-Theresien-Straße zu sehen, welches heuer die österreichische 100-Cent-Europa-Briefmarke ziert.

Jedes Jahr geben mehr als 50 Postverwaltungen Europamarken heraus. Heuer ist das Thema „historische Postrouten“. Aus diesem Anlass findet man in der Briefmarkenzeitung vom September 2020 einen von Herrn Dietrich Ecklebe verfassten längeren Beitrag über diese historischen Postrouten, auf den im Folgenden zurückgegriffen wird:

Das barocke Stadtpalais wurde nach Plänen des Hofbaumeisters Johann Martin Gumpp ab 1670 errichtet. Im Jahr 1784 erwarb die Familie Taxis das Palais, das als Wohnsitz und Poststation diente.

Bereits im Jahr 1490 waren die zwei Brüder Janetto und Francesco de Tasso, die aus der Lombardei stammten, von Maximilian I. mit der Errichtung einer Postverbindung von Innsbruck in die Niederlande beauftragt worden. Das Jahr 1490 gilt somit als das Gründungsjahr des neuzeitlichen europäischen Postwesens. Sehr rasch wurden die Postlinien über weite Gebiete ausgebaut. Wien – Neapel – Mailand und Rom mit Nebenlinien nach Frankreich und Madrid wurden eingerichtet. In der Zwischenzeit hatten die Tassos ihren Namen in Taxis umbenannt.

Nachdem das Postwesen kaiserliches Hoheitsrecht geworden war, erhielt die Familie Taxis dieses Amt als Lehen und konnte es vererben. Durch das Postmonopol war die Familie, die sich später Thurn und Taxis – so der Name auf der Briefmarke – nannte, eine reiche und einflussreiche Adelsfamilie geworden und konnte daher das Palais in Innsbruck erwerben. Im Jahr 1905 kaufte das Land Tirol das Gebäude und ließ bereits im Jahr 1908 den Postverkehr einstellen.

Angehörige der Familie Thurn und Taxis leben heute noch in der fürstlichen Residenz in Regensburg sowie auf der Burg Reifenstein in Südtirol.

(Foto: Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Signatur: Ph-7703)

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