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Noch Zwei Höttinger, Die Sie Kennen Sollten – Teil 2: Ernst Stolz

Noch zwei Höttinger, die Sie kennen sollten – Teil 2: Ernst Stolz

Ernst Stolz (1904–1987) war einer der beiden Söhne von Johann und Katharina Stolz und wie sein Vater Spengler- u. Glasermeister. Im Jahr 1922 trat er in die FF Hötting ein, wo er in der Zwischenkriegszeit verschiedene Funktionen ausübte. So engagierte er sich beispielsweise im Organisationskomitee zur Ausrichtung der 50-Jahr-Feier der Einheit (1924) und bei der Vorbereitung der Einweihungsfeier für die Wache der 3. Kompanie (Allerheiligenhöfe) im Jahr 1936.

Arbeitsausschuss der 1. Kompanie der FF Hötting (1936): 1. Reihe sitzend: Robert Pradler, Josef Angermair sen, Franz Neuhauser, Ernst Stolz
2. Reihe stehend: Franz Lercher, Oswald Gritsch, Josef Lener, Leopold Lercher, Herbert Peer. Quelle: FF Hötting.

Im Zug der Eingemeindung wurde die FF Hötting Teil der Feuerwehr der Stadt Innsbruck und Anfang 1939 in einen Löschzug verwandelt.  Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs engagierte sich Ernst Stolz federführend beim Wiederaufbau des Innsbrucker Feuerwehrwesens. Gemeinsam mit Josef Angermair sen. gründete er im März 1946 die FF Hötting neu und übernahm zugleich die Funktion des Kommandant-Stellvertreters.

Ehrenmitglieder und Reservisten der FF Hötting (1974), 4.v.l. Ernst Stolz. Quelle: FF Hötting.

Vielen alten Höttingern, welche den Zweiten Weltkrieg überlebt hatten, war es ein Anliegen, die innerhalb der alten Dorfgrenzen befindlichen, kulturgeschichtlichen Objekte und Denkmäler dauerhaft zu erhalten. Deshalb gründeten sie im Februar 1947 den Verein für Heimatpflege und Denkmalschutz und wählten Ernst Stolz zu ihrem Obmann (auch sechs Feuerwehrmitglieder, die auf der oben abgebildeten Aufnahme von 1936 zu sehen sind, gehörten dem Verein an).

Neben der Wiedererrichtung der Leonhardskapelle in der Schneeburggasse, war die Instandsetzung der alten Höttinger Pfarrkirche für Stolz und die anderen Vereinsmitglieder eine Herzensangelegenheit. Die alte Kirche und der alte Friedhof wurden nach Fertigstellung der neuen Kirche 1911 profaniert, der Hauptaltar, Seitenaltäre und die Kanzel wurden in die Pfarrkirche zum Hl. Andreas nach Zams überstellt, welche im selben Jahr einem großen Dorfbrand zum Opfer fiel.

Ansicht der profanierten Höttinger Pfarrklirche. Quelle: Privat.

Seitens der Gemeinde Hötting wäre die alte Kirche als Waisen- und Versorgungshaus vorgesehen gewesen. Nachdem zwischenzeitlich jedoch eine neue Schule gebaut wurde, bezog das Waisen- und Versorgungshaus das alte Schulhaus. Die alte Kirche stand leer und drohte zusehends zu verfallen. Der Verein für Heimatpflege und Denkmalschutz nahm sich ab 1947 in enger Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt und dem Denkmalamt Innsbruck der Aufgabe zur Wiedererrichtung der Alten Höttinger Kirche und Ihres Turms an, und konnten durch großzügige Spenden vieler Höttinger Familien bald Ihren Gedanken in die Tat umsetzen. Als Spenglermeister renovierte Ernst Stolz selbst die Turmspitze mit Sonne und Mond, von der Weiherburg wurde eine Glocke übernommen und eine zweite im Juli 1947 bei Fa. Graßmayr gegossen. Das Uhrwerk im Turm stammte von der Gilmschule. Die größte Anschaffung waren elf großen Kirchenfenster von der Tiroler Glasmalereianstalt.

Innenansicht: Eingang u. Chor der alten Höttinger Pfarrkirche. Quelle: Privat.

Am 2. August 1951 konnte die Alte Kirche für Messgottesdienste wieder feierlich unter Pfarrer Gerlach Voigt, welcher ebenfalls Mitglied des Denkmalschutzvereins war, eingeweiht werden.

Die alte Höttinger Pfarrkirche wird heute (wie in vielen anderen Orten auch) hauptsächlich für Taufen und Hochzeiten und Erntedankfeiern genützt. Zudem wird aber jeden Sonntag um 11 Uhr eine Messe gefeiert. Auch der alte Friedhof wurde in den 1950er-Jahren wirder Instandgesetzt und so konnte Ernst Stolz mit seiner Frau Hermine „bei seiner Kirche“ beigesetzt werden. So entstand ein kleines Kuriosum: der Vater ist bei der neuen Kirche und der Sohn bei der alten Kirche beigesetzt.

Die alte Höttinger Pfarrkirche im Festschmuck zum Erntedankfest 2014. Quelle: Privat.

Herzlichen Dank an Christian Lercher, der nicht nur die Idee, sondern auch alle wesentlichen Informationen und die Abbildungen für diesen Beitrag zur Verfügung stellte.

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