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Location, Location, Location

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Kennen Sie die drei wichtigsten Kriterien im Immobilien-Business? Wenn nein, schauen Sie bitte noch einmal auf die Überschrift.

Dieser Durchgang eines viele Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg (an Stelle des im Bombenangriff vom 15. Dezember 1943 per Volltreffer für immer verschwundenen Hauses Maria-Theresien-Straße 49 ) errichteten Neubaues ist irgendwie charmant; die Kunst am Bau bemüht sich redlich, auch wenn der wappentragende Engel eher unmotiviert über dem Ensemble zu schweben scheint.

In diesem Durchgang haben es viel Lokale probiert. Warum sie gegangen sind oder gegangen wurden dürfte die gesamte Bandbreite der schnelllebigen gastronomischen Dramen abdecken. Eine gemütliche Wirtin, die gern mit ihren Gästen getrunken (und gesungen) hat, ein sympathischer Koch, der zunächst unglaublich gute Dinge zubereitet hat, aber dem dann die Leichtigkeit abhanden gekommen zu sein schien, Konzept-Kaschemmen, Nachtbars, immer wieder konnte man als Wiltener, der noch nicht wirklich nach Hause gehen wollte, hier in überraschende Situationen geraten. Dieser Durchgang ist nicht Teil der vom Landpublikum durchstreiften Theresienstraße und liegt auch nicht am hippen Landhausplatz.

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare
  1. Soooviele Lokale hab ich da garnicht in Erinnerung. Ganz am Anfang, noch in der MTh Straße, ist das instabilste mit oft im Halbjahrestakt wechselnden Themen und Besitzern, dann kam das recht lange wirtschaftende Scorpion (ist das Messingemblem immer noch im Gehsteig eingelassen?), aus welchem dann der erwähnte Franzose hervorging, dann kam ein Audiophilie Geschäft, hochwertige Wiedergabegeräte, aber auch Alte Schallplatten. Und an der Ecke vorn das Cafe Taxis, eine jahrzehntelange Institution bis die Renate in der Andreashoferstraße an Stelle des Cafe Christine das Ramazzotti eröffnete und viele Gäste mitnahm. Dann geschäftliche Berg und Talfahrt des Taxis, eine Zeit lang war es ein Testarossa. Wer es jetzt hat weiß ich nicht, müßte ich googeln.
    Zurück zum Durchgang: Oben im ersten Stock des Durchhauses war die Fahrschule Mathoy.
    Aber sonst ein braves Gäßchen wie der friedliche Froschkönig(?)brunnen.

    1. also Franzose war das keiner, sondern ein waschechter Innsbrucker, der mit seiner rein vegetarischen Küche Furore gemacht hat. Das Nachfolgelokal Oniriq ist übrigens aktuell das einzige Restaurant in Innsbruck mit 2 Hauben.
      Und Niko, die Fresken von Max Spielmann sind so schlimm auch wieder nicht, er hat sich sicher einiges zum Auftrag überlegt gehabt.

  2. Dieser Fassadenschmuck ist ein sehr schönes Beispiel für die zeitgenössische Kunst der 1950er-Jahre.
    Bei den sechs Gestalten handelt es sich übrigens um die Erzgießer des Maximiliangrabes, welche mit einem Bauplan oder mit einer Schwarzmander-Statue abgebildet sind.
    Über allen schwebt ein Friedensengel mit dem Innsbrucker Wappenschild.

  3. Dort gab es in den 2000ern einige Jahre lang ein kleines russisches Bar-Restaurant, in dem ich ein paar Mal mit großem Genuss war. Irgendwann war das aber verschwunden, und nachdem ich das festgestellt hatte, habe ich diese Passage, so glaube ich, nicht wieder betreten, weil dieser Ort leider auf dem Weg zu nichts liegt bzw. es bessere Weg-Aternativen gibt und man ihn deshalb gezielt ansteuern muss. Dort sah es in den 2000ern nicht viel anders aus als auf diesem Bild.

  4. Wenn ich mich recht erinnere, wurden die Vorgängerbauten dieser Passage genau heute vor 77 Jahren durch Bomben zerstört. Dieses Bild erinnert somit auch an den schweren Luftangriff auf Innsbruck am 15. Dezember 1943. Damals wurde Innsbruck durch 126 Tonnen an Sprengbomben verwüstet.

    Das Bild passt also sehr gut zu diesem traurigen Jahrtag.

    Der Friedensengel auf der Fassade erhält gerade im Kontext des Wiederaufbaus eine besondere Symbolkraft. Der Künstler wollte damit bestimmt auf die Kriegszerstörung des Hauses sowie auf den Kalten Krieg hinweisen.

    1. Liebe Freundinnen und Freunde von Innsbruck Erinnert,

      hier nur kurz danke für die zahlreichen Ergänzungen und Erzählungen. Bei der Kunst am Bau bin ich eh dem 50er Jahre Charme zugetan aber speziell dieses Arrangement spricht mich nicht besonders an.
      Zum letzten Posting von Herrn Auer: Ja genau so ist es das Haus Nr. 49 hatte heute vor 77 Jahren einen Volltreffer und zerfiel zu Staub. Im Keller saß meine halbe Familie väterlicherseits (alle haben es überlebt).

  5. Nachtrag: Auf der rechten Seite (nicht mehr auf dem Bild) war doch eine Vitrinenreihe, deren Inhalt glaub ich 20 Jahre oder länger gleich geblieben ist. Erinnert sich noch wer, wer hier „ausstellte“? Ich habs vergessen, obwohl ich zig-mal dort vorbeigekommen bin.

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