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Holz Vor Der Hütt´n

Holz vor der Hütt´n

Ich habe Sie also erwischt: Sie – vor allem die männlichen Leser – denken an ganz was Anderes. Ich möchte aber auf den Stapel abgelagerten Brennholzes am rechten Bildrand hinweisen.

Eigentlich wollte ich weitgehend kommentarlos einfach ein schönes, frühes Foto vorstellen. Ein bisschen heile Welt. Aber ganz ohne kann ich´s nicht…

Wir blicken die Maria-Theresien-Straße nach Süden. Vermutlich im Sommer. Die hölzernen Jalousien sind natürlich vor den Fenstern eingehängt und unten nach außen geklappt. Während das in südlichen Gefilden bis heute noch als natürlich Klimaanlage betrieben wird, wurde es bei uns von kostenbewussten Hausverwaltungen schrittweise abgeschafft. Ich gehe davon aus, dass es nicht immer die Kosten der BewohnerInnen waren, auf die da geachtet wurde.

Das heutige alte Rathaus – zu unterscheiden vom Historischen Rathaus in der Altstadt – trägt noch die Bezeichnung „Hotel d´Autriche“. Nach gut 25 Jahren des Hotelbetriebs wurde dieser 1876 eingestellt. Der Papierhändler Leonhard Lang erwarb dieses 1882. Im Jahr 1897 schenkte (!) dieser großzügige Kaufmann das Gebäude und die dahinter liegenden Grundflächen bis zur heutigen Fallmerayerstraße der Stadt Innsbruck als neues Rathaus.

Der Brunnen nördlich der Annasäule ist der ehemalige Josefsbrunnen, der bereits um 1870 abgebaut wurde, weil der den Verkehr behinderte… Die weitere Karriere der barocken Brunnenfigur führte dann zum städtischen Schlachthof, wo sie über Jahrzehnte als Dekoration neben dem Haupteingang genutzt wurde.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum: Ph-25.566)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Ja, das Holz und die vielen „italienischen“ Fensterläden. Ich hatte das Glück, noch heiße Sommertage hinter diesen unten ausstellbaren Läden erleben durfte. Kühles Halbdunkel.
    Mir ist aber noch etwas anderes aufgefallen. Ich freue mich, daß man auf diesem Foto im Hintergrund das Haus sieht, welches vor der Errichtung der Creditanstalt dort gestanden hat.
    Ich kenne keine einzige Aufnahme, wo diese Fassade wirklich gut und deutlich zu sehen ist. Meistens ist das Haus außerhalb des Blickwinkels, von Süden nach Norden fotografiert versteckt sie sich hinter dem Vorsprung des Palais Trapp(?) und eine Aufnahme der Meranerstraße mit gerader Sicht auf dieses Gebäude gibts schon garnicht.
    Hier hat man wenigstens eine ungefähre Ahnung wie wirklich es ausgesehen hat.
    Immer noch nicht erkennbar sind allerdings die in der Fischnalerchronik erwähnten Medaillons mit Portraits Tiroler Künstler. Sie sollen beim Abriß des Hauses in eine Saggenvilla verpflanzt worden sein.

  2. Ein Highlight auf diesem Bild ist u.a. der alte Torbogen zum Pestgassl bzw. Melzergassl. Durch den Abbruch des Melzerhauses wurde 1877 die Einmündung der heutigen Anichstraße geschaffen.
    Solche frühen Bilder sind besonders interessant und aufschlussreich!

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