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„Hoch-Innsbruck Und Seine Kämpfe Um Die Höhenstraße“ – Teil 1

„Hoch-Innsbruck und seine Kämpfe um die Höhenstraße“ – Teil 1

Unter diesem Titel veröffentlichte der Innsbrucker Kaufmann Franz Schwärzler (1879-1929) am 15. April 1911 in den Innsbrucker Nachrichten einen ausführlichen Beitrag, in dem er vehement für den Bau der Höhenstraße eintrat. Franz Schwärzler, der in der Maria-Theresien-Straße ein Handschuhgeschäft führte, trieb seit 1908 gemeinsam mit seinem Bruder Karl Schwärzler (1876-1912) die touristische Erschließung der Hungerburg voran. Gemeinsam errichteten die Brüder die Villa Tiroler Haus (besser bekannt als Zur Linde) und in weiterer Folge die ambitionierte Hungerburgseeanlage. Wenig verwunderlich, dass Schwärzler auch mit Blick auf die Errichtung der Höhenstraße vor allem deren touristische Bedeutung erkannte und betonte. Da sein Beitrag viele, heute kaum noch bekannte Informationen zur Vor- bzw. Frühgeschichte dieses Straßenzuges, der seit mittlerweile 91 Jahren die Stadt mit der Hungerburg verbindet, enthält, soll er hier in zwei Teilen wiedergegeben werden:

Hoch-Innsbruck wird bekanntlich die Villenansiedlung auf dem mit der Stadt Innsbruck durch eine elektrische Drahtseilbahn verbundenen Hungerburgboden an der nördlichen Gebirgskette genannt. Wie herrliche dieses Gelände von der Natur hingestellt und mit welch klimatischen Schätzen dasselbe ausgestattet ist, kann nur ein Bewohner dieses reizenden Erdenfleckens so ganz empfinden. Als erster Vorzug muß die sonnige Lage in einer Höhe von 865 Metern genannt werden, welche namentlich nervösen und Herzschwachen Personen zugute kommt. Weiter ist die Luft durch den reichen Föhrenstand von besonderer ozonhaltiger Würze, und die erst kürzlich vorgenommenen Untersuchungen des Wassers haben ergeben, daß sich auch mineralhaltige Quellen in der nächsten Umgebung befinden. Ein Hauptvorzug ist auch der kalkhaltige Boden, welcher stets ein rasches Trocknen der schönen und bequemen Spazierwege zur Folge hat.

Aus all dem ist unschwer zu entnehmen, welch große Bedeutung der Hungerburgboden für Innsbruck und die ganze Umgebung hat. Es ist ein Gebiet, das durch seine Vorzüge dem Fremdenverkehr steigern könnte. Der große Fremdenstrom, der, alljährlich von Norden kommend, das Land durchzieht, könnte umso leichter zu einer Unterbrechung bestimmt werden, wenn den Fremden Gewähr für einen angenehmen Aufenthalt geboten würde. Dazu ist nichts geeigneter, als das sonnige, warme Gelände Nordkette, welches an schönen Tagen ein Klima aufweist, das schon sehr verwandt mit jenem unserer berühmten südlichen Kurorte ist. Um aber den Hungerburgboden für den Fremdenverkehr sowie die Ansiedelung voll und ganz zu erschließen, muß vor allem eine Straße gebaut werden, welche die Verbindung mit der Stadt mit Wagen und Automobilen ermöglicht. Auch die Verwirklichung der geplanten Fortsetzung der Hungerburgbahn durch eine Schwebebahn bis zum Grate der Nordkette (Hafelekar) wäre sehr vorteilhaft. Es würde dadurch, eine herrliche Touristenverbindung nach der Scharnitz eröffnet, von wo man wieder den Anschluß mit der neuen Mittenwaldbahn hätte.

Bevor man der Verwirklichung dieses letzteren Planes und anderer näher treten kann, ist aber, wie gesagt, der Bau der so oft schon besprochenen Höhenstraße Hötting bis Hungerburgplateau notwendig, zu dessen Verwirklichung vor allem die beiden Gemeinden Hötting und Mühlau kompetent sind, da sie sich in den Besitz des Plateaus teilen. Leider muß hier konstatiert werden, daß dieser Sache in der Höttinger und Mühlauer Gemeindestube bis jetzt nicht das nötige Verständnis entgegengebracht wurde und die nachstehend erwähnten Arbeiten, welche die Verwirklichung dieses Planes anstrebten, leider nur von der Minorität des Gemeindeausschusses unterstützt oder durchgeführt wurden. Es hätte diese Angelegenheit schon längst ein günstigeres Stadium aufzuweisen, wenn die Bemühungen darum nicht stets auf zu großer Opposition in den Gemeindestuben gestoßen wären.

Lesen Sie im 2. Teil mehr über die Entwürfe und Pläne zum Bau der Höhenstraße.

(Foto: Privatsammlung Plattner)

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