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Handwerk Im Stöckl III

Handwerk im Stöckl III

Für Menschen, die vor oder in den 1980er Jahren aufgewachsen sind, ist so ein Bild in vielen Aspekten eine Reise in die Vergangenheit. Man sieht (und riecht) den diskreten Charme der Moderne.

An seinem Schreibtisch sitzt der Spenglermeister Hans Probst. Er stammt aus einer Mariahilfer Handwerkerdynastie und hat im Hof der Speckbacherstraße 17 seinen Betrieb eröffnet. Hans Probst ist mit Büroarbeiten beschäftigt aber lächelt freundlich der Fotografin zu. Er hat seinen blauen Arbeitsmantel an den Fenstergriff gehängt, darunter stehen einige Plastikbehälter für Lötwasser „Z 04 S“. Vor ihm liegen, von rechts nach links: Ein modernes Plastik-Wählscheibentelefon; der schwarze Knopf ist ohne Funktion, natürlich besitzt die Firma ein ganzen Anschluß (und nicht einen Viertel-Anschluß, aus dem man sich zu dieser Zeit gelegentlich – von einem rhythmischen Gurgelgeräusch begleitet – zunächst eine freie Leitung sichern mußte).

Daneben steht ein moderner Tischrechner mit Rollen-Druck-Einheit. Gleich dahinter ein repräsentativer Aschenbecher der Firma Riedel, vielleicht ein Weihnachtsgeschenk. Dahinter sehen wir auf und neben der Linoleum-Arbeitsunterlage eine Reihe von Notizheften, ein Adressbüchl und ein Telefonbuch Innsbruck-Stadt. Vor dem Jahresplaner 1987 liegt ein Dreikantlineal zur maßstabsgetreuen Entwurfszeichnung.
Der Kasten im linken Bildteil hat schon einige Arbeitsjahre hinter sich; um sich nicht bis zum Griff bücken zu müssen, haben die Arbeiter hier wohl gelegentlich die Türkante genützt, um aus dem untersten Fach etwas herauszuholen.

Vor gut 5 Jahren hat uns die noch im Haus wohnende Gattin seines Cousins einen normalen Tagesbeginn in ihrem Innenhof so geschildert:

In den Wiltener Hinterhöfen wurde auch immer unter Tage gearbeitet. Die ganze Werkstatt war unterkellert und die schweren Metallteile wurden mit elektrischen Liften hinunter- und heraufbefördert. Im Keller des Nachbargrundstücks lag die Backstube des Josef Lokar.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Ein toller Beitrag. An die Fa. PROBST kann ich mich noch gut errinern.
    Der von der Dame angesprochen Spenglermeister KREMSER war mir perönlich gut bekannt,
    sein Betrieb war in der Andreas-Hofer-Straße.

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