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Glockenfriedhof

Glockenfriedhof

Auf der Photographie aus dem Ersten Weltkrieg sieht man hunderte Kirchenglocken auf einem Sammelplatz in Wilten bereit zum Einschmelzen. Im Hintergrund ist die Wiltener Basilika zu erkennen.

Wegen ihres Bronzegehaltes waren die Glocken ein wichtiges Kriegsmaterial, die ursprünglich „freiwillig“ abgeliefert, doch bald zwangsweise eingezogen wurden. Sie wurden gewogen und dokumentiert, den Pfarrgemeinden wurde dafür etwas bezahlt. Ihnen wurde erklärt, dass mit dieser „Ausleihe“, wie sie genannt wurde, dem Vaterland in schweren Zeiten ein großer Dienst erwiesen werde. Nach Ende des Krieges werde es möglich sein, das Geläute nicht nur zu erneuern, sondern sogar zu vergrößern. Das Geld für die Glocken musste jedoch in der V. Kriegsanleihe angelegt werden, die nach Ende des Weltkrieges völlig wertlos war.

Als immer mehr Metall benötigt wurde, mussten 1917/18 zum Einschmelzen alle Glocken abgeliefert werden, deren Durchmesser größer als 25 cm war. Ausgenommen waren Glocken von musealem Wert. Letztlich durfte auf Ersuchen der Bischöflichen Ordinariate bei jeder Kirche die jeweils kleinste verbleiben, damit zu bestimmten Anlässen geläutet werden konnte. Auch diesmal musste der Erlös in die VII. und VIII. Kriegsanleihe gesteckt werden. Aufgrund der Nachkriegsinflation waren beide mehr oder weniger wertlos.

(Foto: Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Signatur: Ph-27316)

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