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Die „pietätlosen“ Höttinger Teil I

Die „pietätlosen“ Höttinger Teil I

„Ja um Gottes Willen“ denkt sich wohl der ein oder andere Christenmensch beim Anblick dieses Fotos. Wer wagt es am Tor eines Gotteshauses seine Wäsche aufzuhängen?
Dass die Höttinger einen Ruf als eine eher raue Gesellschaft hatten ist ja hinlänglich bekannt: Dass gesetzeswidriges „Veglfoachn“ und „Peitschenschnölln“ betrieben wurde, hört man nicht nur aus mündlichen Überlieferungen, auch eine Strophe des Höttinger Veglfoachers besagt, dass die Gendarmerie des Öfteren ausrücken musste:

„Hallo, Buabn, seids fein still
und tiats ma ja nit larmen,
übern Gramartboder her,
da kemmen zwoa Schandarmen.“

Zeugenaussagen zufolge sollen sich sowohl die Gendarmen oder auf die städtische Polizei, als auch einige Stadtler, z.T. nicht über den Inn hinübergetraut haben… Was aber auch immer über die „wilden Leut'“ nördlich des Inn erzählt wurde, Pietätlosigkeit wurde ihnen eigentlich nicht nachgesagt.

Was also ist hier passiert? Wir dürfen Sie beruhigen: die Höttinger Kirche war zum Zeitpunkt der Aufnahme, im Jahr 1935, gerade „außer Betrieb“. Bereits kurz nach dem Bau der neuen Höttinger Kirche wurden ihr ihre Kirchenglocken abgenommen und sie verfiel zusehends, wurde z.T. auch als eine Art „Abstellraum“ verwendet. Erst in den 1950er Jahren wurde die Kriche restauriert und wieder ihrer ursprünglichen Funktion zugeführt. (siehe auch den Beitrag Alte Höttinger Kirche 1931). Die Höttinger können also doch sehr brave Christenmenschen gewesen sein.

Eine Nahaufnahme der Wäsche. Auch ein Baum wuchs damals ungebremst fast direkt vor dem Kirchenportal.

Stadtarchiv Innsbruck, Ph-A-24512-168 und -171.

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