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Die Herz-Jesu Kirche (Teil I.)

Die Herz-Jesu Kirche (Teil I.)

Am 17. Mai 1896 wurde im wörtlichen Sinn der Grundstein für die Herz-Jesu-Kirche in der Maximilianstraße gelegt. Der Anlass wurde mit großen Feierlichkeiten unter Anwesenheit des Fürstbischofs von Brixen, Simon Aichner, sowie der Äbte von Wilten, Stams und Fiecht begangen. Die Festrede hielt Josef Mayr, ein Prediger des Redemptoristen-Ordens (die „Kongregation des Heiligsten Erlösers“). Die Prozession die abgehalten wurde, begann in der Maria-Theresien-Straße und zog nach der Grundsteinlegung zur Domkirche, in welcher der Fürstbischof die Messe hielt. Eine große Menge drängte sich vor dem Platz, der Landeshauptmann, Barone, Generäle und zahllose weitere Ehrengäste waren anwesend.

Der Anlass für den Bau war das hundertjährige Jubiläum der Erlaubnis des Heiligen Stuhls, im Bistum Brixen das Herz-Jesu Fest zu feiern. Für die gesamte katholische Kirche galt dies erst seit 1856. In jenem Jahr, 1796, hatte der Bozner Kongress gelobt, den Tag stets als Festgottesdienst zu begehen, was bald darauf durch den Kaiser (Franz II.) bestätigt wurde. Um den Bau zu unterstützen wurde auch ein Herz-Jesu Verein ins Leben gerufen, auch zu jenem Anlass gab es eine Festrede, gehalten von Dr. Emil Volbert. In ihr fehlte es nicht an nationalistischem Eifer, die Geschichte des Herz-Jesu Festes und des Verbotes während der bayrischen Herrschaft lieferten dem Redner Stoff um patriotische Gefühle anzuheizen.

Der Redemptoristen-Orden hatte den Grund für den Bau der Kirche erworben und diesen in die Wege geleitet, der damalige Rektor war Franz Niederstetter. Der ursprüngliche Plan sah vor, die Kirche längsseits zur Straße zu errichten. Die Skizzen die nach diesem Plan angefertigt wurden, trafen jedoch nicht ganz den ästhetischen Sinn der Zeitgenossen, weshalb man beschloss, die Frontseite der Straße zuzuwenden. Diese Pläne stammten vom bekannten Architekten Peter Hute und sahen Platz für knapp 1000 Menschen vor. Die Verwirklichung wurde Franz und Alphons Mahr überantwortet, zwei angesehenen Baumeistern der Stadt. Der Bau verlief rasch, schon am 8. Oktober wurden die Glocken aufgehängt, die von den der Gießerei Grassmayr angefertigt wurden. Am 25. Mai 1898 wurde die Kirche durch den Fürstbischof eingeweiht. 1901 erhielt sie einige neue Glocken aus Trient, von der Gießerei Chiappani. Nachdem sie ihren Dienst für 15 Jahre getan hatten, wurden die Glocken Ende August 1916 für Kriegszwecke requiriert. Zu jenem Zeitpunkt hatten andere Innsbrucker Kirchen, darunter die Domkirche und die Basilika in Wilten die ihrigen bereits eingebüßt.

Weiter in Teil II.  

(Stadtarchiv Pl-738)

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