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Die Bewegte Geschichte Des „Löwen“ In Der Höttinger Gasse

Die bewegte Geschichte des „Löwen“ in der Höttinger Gasse

Im Haus Höttinger Gasse 24 war ab dem Jahr 1939 eine über die Grenzen von Hötting hinaus bekannte und beliebte Institution untergebracht: Das Löwenkino. Das Kino war Teil eines schon länger bestehenden Gasthauses. Dieses war im Jahr 1900 in Besitz eines äußerst prominenten Höttingers gekommen, nämlich Ingenuin Fischler, ehemaliger Gemeindevorsteher von Hötting und Obmann des Papst-Leo-Kirchenbauvereins, der zum Bau der neuen Höttinger Kirche wesentlich beitrug. Das Titelfoto stammt aus dieser Zeit.

Kinovorführungen gab es hier bereits im frühen 20. Jahrhundert, wie dieser Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1914 zeigt:

Der damalige Besitzer war Alois Praxmarer.

Ab dem Jahr 1921 scheint die Familie Purner im Adressbuch als Besitzer des „Löwenkinos“ in der Höttinger Gasse auf. In einem Nachruf in den Tiroler Nachrichten vom 29. August 1959 ist zu lesen: „Vom Weltkriegsende bis zu den dreißiger Jahren liefen die Löwenlichtspiele als Stummfilmtheater, dann kam der Sprung in den Tonfilm und 1938 geschah der Umbau, bei dem das Kino 290 Plätze bekam.“ Ferdinand Purner verkaufte das Löwenkino schließlich um 390.000 Schilling und eröffnete ein heute noch wohlbekanntes neues Kino in der Innstraße 5.

Der Verkauf des Gebäudes führte übrigens zu einem kleinen „Skandal“ in Hötting: Purner schrieb das Löwenkino um 400.000 Schilling zum Verkauf aus. Alsbald meldeten sich die „Bibelforscher“ (heute Zeugen Jehovas) zum Kauf. Aus „religiösen Gründen“ lehnten er und seine Frau den Verkauf jedoch ab. Schließlich ging das Objekt um 10.000 Schilling weniger an einen Käufer aus Amras. Dieser verpachtete das Gebäude wiederum an – große Überraschung – die Bibelforscher. Noch heute befindet sich in dem Haus übrigens der Königreichsaal der Zeugen Jehovas.

Die Tiroler Nachrichten am 11. Juli 1960 (in heute nicht mehr politisch korrekter Form) über die Vorgänge rund um das Löwenkino:

(Stadtarchiv Innsbruck, Sommer_7-66)

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