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Der Erste Innsbrucker Christkindleinzug

Der erste Innsbrucker Christkindleinzug

Am 15. Dezember 1934 fand in Innsbruck der erste Christkindleinzug statt. Die Idee dazu stammt von Gräfin Julia Trapp, die von einer Reihe freiwilliger Helfer bei diesem Vorhaben unterstützt wurde. Veranstaltet wurde der Christkindleinzug vom Mutterschutzwerk der Vaterländischen Front. Die Eltern der mitwirkenden Kinder mussten die Kostüme – nach vom Komitee beigestellten Schnitten – selbst anfertigen und die Kosten für das Material auch selbst tragen. Bei einer großen Straßensammlung wurde für bedürftige Frauen und Kinder gesammelt. Die Veranstaltung war gut besucht und fand großen Anklang bei der Bevölkerung. Zwei Tage später erschien dann im Tiroler Anzeiger ein großer Artikel, der sehr ausführlich von diesem Ereignis berichtete:

„Vom Innrain her naht ein gar merkwürdiger Zug. Von Ferne hört man ehernen Posaunenklang […] und die Tausende und aber Tausende , die die breite Straße zu beiden Seiten säumen, recken sich und strecken sich. […] Voran schreiten in gemessenem Gleichschritt sechs Fanfarenbläser. Dann kommt eine der neun musizierenden Hirtengruppen, geistliche Weisen und einfache Hirtenlieder spielend. Die meisten Hirten blasen auf Flöten und Klarinetten, hie und da trommelt auch einer zum Klang der Schwegeln. Dann kommen Engel mit Laternen, Geigen, Pfeifen und Trommeln, mit goldenen Stäben und Harfen. […]

Dann aber kommt das Christkindl selbst, ein zartes lichtblondes Kindlein, das die Hand zum Segnen erhoben hat. […] Dreimal erklingen die Fanfaren, einmal beim Abmarsch am Innrain, einmal bei der Ottoburg und einmal beim Betreten der Maria-Theresien-Straße.

Ganz besonderen Eindruck aber macht das Bild am alten Stadtplatz, vor dem Goldenen Dachl, als auf dem goldgedeckten Erker im Lichte unsichtbarer Scheinwerfer etwa dreißig singende Engel erscheinen und dem Christkindl, das mit ausgebreiteten Armen vor dem Platzbründl stehen geblieben ist, liebliche Weihnachtslieder singen. Und als dann ein Bläserchor den jubilierenden Engeln von der Straße aus antwortet, sind alle Zuseher tief ergriffen und so manche Träne der Rührung stiehlt sich aus den Augen der Erwachsenen. […]“

(Stadtarchiv Innsbruck, Ph-31133)

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