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An Alle Kaisertreuen!

An alle Kaisertreuen!

Am 1. April 1931 lud „Die Leitung der Ortsgruppe Innsbruck des Reichsbundes der Österreicher“ zu einer Gedenkfeier zum 9. Todestag des, heute seligen, Kaisers Karl I. Dabei handelte es sich keines Falls um einen Aprilscherz und war für die Anwesenden auch eine ernste Angelegenheit. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier von dem Quartett „Vergissmeinnicht“ im „Leosaale“, dem heutigen Leokino.

Aus heutiger Sicht „nachhaltig“ wurden auch gleich zwei weitere Verweise auf dieser Einladung platziert. Zum einen die Gedenkmesse für den Kaiser am 12. April und einen Vortrag von Hofrat Oberst a. D. Edmund Glaise von Horstenau über „Alt-Österreich“ Ende April.

Der Reichsbund der Österreicher war eine von mehreren legitimistischen Vereinigungen in der Ersten Republik und war vom Haus Habsburg „autorisiert“. Die Legitimisten wurden dann im Nationalsozialismus streng verfolgt und auch in Konzentrationslager gebracht. Berühmte Beispiele dafür sind Maximilian und Ernst von Hohenberg, die beiden Söhne von Erzherzog Franz Ferdinand.

Am Beispiel vom oben erwähnten Edmund Glaise von Horstenau sieht man aber, dass es auch in eine andere Richtung gehen konnte. Dieser war zunächst Monarchist, wechselte dann ins deutschnationale Lager, war später Staatsrat im Ständestaat und nach dem Anschluss NS-Funktionär und SA-Mitglied. In Diensten der Wehrmacht in Zagreb stationiert, war er auch in zahlreiche Kriegsverbrechen am Balkan aktiv involviert. Aus Angst vor einer Strafverfolgung in Jugoslawien beging er in der Haftanstalt Lager Nürnberg-Langwasser 1946 Selbstmord.

David Goller

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Div-4946)

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