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Zum Organisierten Radsport. Der Tiroler Radfahrerverband. Teil II

Zum organisierten Radsport. Der Tiroler Radfahrerverband. Teil II

In den ersten zwei Jahrzehnten seines Bestehens konnte sich der „Tiroler Radfahrerverband“ gut entwickeln. Einen tiefen Einschnitt stellte der Erste Weltkrieg dar, in dem zahlreiche Mitglieder der Radfahrvereine fielen. Nach dem Krieg musste der Verband neu aufgebaut werden. Im Jahr 1923 zählte er bereits wieder 62 Vereine mit 4.670 Mitgliedern. Dies ist auch der Vereinigung mit den Vorarlberger Vereinen zum „Radfahrerverband für Tirol und Vorarlberg“ im Jahr 1921 geschuldet. Deshalb kann auch das Schild auf die Zeit nach 1921 datiert werden.

Durch den Zusammenschluss wurde man zum zahlenmäßig stärksten Landesverband des „Österreichischen Radfahrerverbandes“, an dessen Gründung im Jahr 1923 die Tiroler und Vorarlberger maßgeblich beteiligt waren. In der Folge gelang es, den Hauptsitz zu bestimmen und nach Innsbruck zu verlegen.

Im Jahr 1928 wurde am Arlbergpass eine Gedenktafel für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitglieder errichtet. Am 7. August 1938 fand dort das letzte Treffen der Vereine bzw. Mitglieder des Verbandes statt. Mit der Auflösungstagung im Februar 1939 endete der „Radfahrerverband für Tirol und Vorarlberg“ und die Vereine und Mitglieder wurden in den „Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen“ eingegliedert. Die neue Kreiseinteilung trennte nun auch die Vorarlberger und Tiroler Vereine (Neueste Zeitung 20.7.1938, S. 6, IN 11.2.1939, S. 21).

Den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Mitglieder Waroschitz als Organisator und Menapace als Rennfahrer. Menapace gewann auch zwei Mal die Österreichrundfahrt. Die Organisation des österreichischen Radsports hatte sich nach dem Krieg allerdings verändert: Drei in der 1946 gegründeten Österreichischen Radsportkommission (ÖRK), aus der 1973 der Österreichische Radsportverband (ÖRV) hervorging, zusammengeschlossene Verbände bestimmten fortan das Radsportgeschehen. (Austria-Forum: Radsport)

Das Schild des Verbandes befand sich im Besitz der Großmutter des Schenkers, die Gastwirtin des Badhauses in Mühlau (Anton-Rauch-Straße 30) war. Das legt die Vermutung nahe, dass sich dort zumindest zeitweise auch der Vereinsstammtisch und Treffpunkt des „Radfahrerverbandes für Tirol und Vorarlberg“ befand.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Re-882)

(Martin J. Kriechbaum)

Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Bi-3532. Auf dem „Gedenkblatt“ des Herrn Paul Comploj zur Erinnerung an die Sternfahrt des Verbandes im Jahr 1932 zur Gedenktafel am Arlbergpass, sind das Materl und die darunter befindliche Gedenktafel des Radfahrerverbandes zu erkennen.
Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-M-18088. Diese Fotografie aus der Gründungszeit des Verbandes haben wir bereits auf unserem Fotoblock gezeigt. Sie verdeutlicht eindrücklich, dass Vereine, wie eben auch der Radfahrerverband, reine Männersache waren. Auch der Leistungssport im Allgemeinen und der Radsport im Besonderen waren ihnen vorbehalten. Radsport galt für Frauen sogar als unschicklich. Der Vorstand bestand dementsprechend nur aus Männern.

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