Wo Träume wahr werden
Ich bin verzückt – ja, geradezu schockverliebt. Es geht nicht anders: Beim Anblick dieses Schlaraffenlands muss ich meiner Begeisterung freien Lauf lassen. Jegliche Diäten und guten Vorsätze werfe ich über Bord und begebe mich auf die Suche nach dem Ort, wo Träume wahr werden. Doch existiert dieser Ort überhaupt noch, oder ist meine Suche hinfällig? Vielleicht waren die hier abgebildeten Zuckergebilde auch einfach nur mehr Trug als Schein.
Das nicht glauben wollend, habe ich mich in die Recherche gestürzt – und siehe da: Es lässt sich durchaus das ein oder andere zutage fördern. Die Fährte führt uns zum Konditorball der Tiroler Konditorenschaft. Dieser war über einen längeren Zeitraum eine feste Größe der hiesigen Ballsaison und gut besucht – besonders beliebt: der Glückstopf.
Wenn ich das Schild am rechten Bildrand richtig deute, dann dürfte es sich bei diesen vortrefflich anmutenden Torten und Gebäckstücken um einen Teil des Gewinns handeln. Dem Tiroler Anzeiger vom 26. Januar 1929 ist zu entnehmen, dass im Zuge des Balls auch eine Ausstellung stattfand, bei der die schönsten und kunstvollsten Schaustücke präsentiert wurden. Damals diente die Auslage des Kleiderhauses Ludwig Schirmer als Präsentationsfläche. Vielleicht handelt es sich daher bei dem abgebildeten Geschäftslokal gar nicht um eine Konditorei.
Was mich nun jedoch viel brennender interessiert: Was wurde aus dem Konditorball? Wann endete seine glanzvolle Ära – und warum? Besteht auch nur die leiseste Möglichkeit, dass er ein Revival erfährt?
Naja, Träume sind ja bekanntlich Schäume. Aber vielleicht verläuft die Suche ja nicht ganz im Sand, und es geschehen noch Zeichen und Wunder. Ich würde mich auf jeden Fall über ein Revival des Konditorballs freuen.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, KR-NE-1149)
Agnes Muigg