Wo tanken wir hier?
Wieder einmal ist mir ein Foto einer Innsbrucker Tankstelle untergekommen, doch um eine ganz gewöhnliche Tankstelle handelt es sich hier zweifellos nicht.
Zum einen gibt es nur eine einzige Zapfsäule. Für die damalige Zeit wäre das zwar noch keine große Besonderheit, doch auch der Ort selbst wirkt eher wie ein Hinterhof oder eine Werkstatt als wie eine klassische Tankstelle. Besonders rätselhaft ist allerdings der merkwürdige Kasten direkt vor der Zapfsäule. Was verbirgt sich dahinter? Wozu diente diese ungewöhnliche Einrichtung?
Und wenn wir schon dabei sind, stellt sich gleich noch eine zweite Frage: Wo befand sich diese Tankstelle eigentlich? Es gibt also einiges zu rätseln, aber vielleicht haben unsere Leser*innen ja den entscheidenden Hinweis.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-PR-1187)
Der Kasten scheint ein mittels Schlüssel die Zapfsäule frei gebender „Automat“ zu sein. Standort müsste der Landesbauhof in der Valiergasse gewesen sein.
Städtischer Zentralhof in der Rossaugasse.
Gratulation – schnell gelöst wie immer.. :o)
Zur Frage des Kastens/der Kästen:
Die runde Trommel an der Stütze ist eine Druckluftschlauch-Haspel, wobei mir die angesteckte Armatur für einen Reifenfüllanschluss eher ungeeignet scheint, da kein Manometer erkennbar ist. Oder hier wurden die Luftblasen der Wasserwaagen nachgefüllt ;-). Eine weitere Möglichkeit wär der Erdungsanschluss für den Tankwagen bei der Befüllung des Erdtanks. Die Entlüftungsleitung des Tanks dahinter könnte damit etwas zu tun haben.
Der Schrank daneben mit dem offenen Hemd ist ein städtischer Bediensteter.
Die Zapfsäule ist eh klar.
Die Schmierstation von Mobil enthält hinter der Abdeckung Handpumpen für die gängigsten Öle und Schmiermittel.
Der Kasten ganz links erinnert mich an die Grundplatte von meinen ersten Elektrobaukasten mit dem man ein Morsegerät, ein Radio oder einfach Kurzschlüsse zusammenstecken konnte. Wie Herr Lackner schon festgestellt hat, dient der offensichtlich der Freigabe der Zapfsäule und der Zuordnung der getankten Kraftstoffmenge zum jeweiligen Fahrzeug, in diesem Fall ein Unimog 411.