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Was Man Sonst Nie Sieht

Was man sonst nie sieht

Wir blicken – vermutlich in den 1920-er Jahren – vom Hotel Tyrol Richtung Süden auf den Bahnhofsplatz. Eigentlich recht idyllisch. Ein paar riesige Limousinen warten vermutlich im Auftrag großer Hotels auf Fahrgäste. Was bei dem Bus im Vordergrund die Aufmerksamkeit so vieler Menschen erregt werden wir wohl nie mehr erfahren. Im Schatten vor den Hotels Europa, Victoria, Sonne und Arlberg warten Pferdefuhrwerke. Links hinten sehen wir zahlreiche Wagons auf dem Bahnhofsgelände und dahinter mehrere sehr hohe Kamine. Zu welchen Unternehmen die wohl gehörten?

Naja, wer sich schon länger auf dieser Seite herumtreibt ahnt bereits, dass ich eigentlich was Anderes erzählen will: Als man 1940 begann den Vereinigungsbrunnen abzubrechen, wurde immer auf Verkehrsprobleme verwiesen. Man kann sich wundern, dass ein (wenn auch großer) Brunnen den riesigen Bahnhofsplatz blockieren kann. Die meisten Bilder des Vereinigungsbrunnens zeigen meist nur Teile des gesamten Platzes.

4.2.1

Hier kann man einmal sehen, wie ausladend der Brunnen und die ihn umgebenden Grünflächen waren. Damit klärt sich, warum der Brunnen hier keine Zukunft hatte.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Signatur: Kr/Pl-233 und Ph-5311)

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Dir Jugend weiß halt nichts von der Überfüllung der Öffis in früheren Zeiten…

    Damals herrschte die Linksfahrregel, d.h. man stieg auf der linken Seite von Bussen aus und ein. Entweder stand die Abfahrt und damit die Öffnung der Türen unmittelbar bevor, oder die Leute sind grade ausgestiegen Kombinierte Theorie: Der Bus ist grade angekommen und schon wollen (wie heute auch) die Leute einsteigen ehe noch die anderen ausgestiegen sind. Der am Rand der Menge stehende Herr mit leerem Leiterwagen holt wohl jemanden ab.

    Der wohl spätestens bei der Rotasphaltierung des Platzes gefallene Vereinigungsbrunnen hätte zu anderen Zeiten wohl ein würdigeres Ende gefunden als das Rudiment am Domplatz.

  2. Ach ja, die hohen Schlote: Einer, eher sogar beide auf dem Bahngelände stehende gehören meines Wissens zu Heizhäusern für die Dampfloks. Der Kamin weiter recht halte ich für den gleichen, der jetzt noch in der Nähe der Tankstelle auf dem Gelände der ehemaligen Wäscherei Gasser steht. Der kaum erkennbare zweite in der selben Richtung gehört am ehesten zum Sudhaus des Adambräu.

  3. Besonders das winterliche Bild ist sehr beeindruckend.
    Der Wasserverbrauch des Vereinigungsbrunnens war enorm. Pro Tag verbrauchte er fast die vierfache Wassermenge des Leopoldsbrunnens.

    Die Innsbrucker Nachrichten vom 18. März 1937 berichten:
    „So „konsumiert“ der Leopoldbrunnen am Rennweg, sofern
    er „Vollbetrieb“ hat, taglich 220.000 Liter, der Rudolfs-
    brunnen am Boznerplatz 360.000 und der Vereinigungs-
    brunnen vor dem Hauptbahnhof gar 820.000 Liter Wasser.
    Die gewaltigen Wassermengen helfen, auf dem Umweg über
    die Zierbrunnen, das Innsbrucker Kanalnetz zu säubern und aus-
    zuschwemmen.“

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