Viel Wirbel um einen Stempel auf dem Geldschein
Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Geschäft und wollen bezahlen. Sie zücken ihren Fünf-Euro-Schein und gehen damit zur Kassa. Doch niemand im Geschäft möchte den Schein annehmen. Diese Situation würde heute schnell gelöst werden, indem stattdessen mit Karte bezahlt wird. Doch früher gab es noch keine Bankomatzahlung und wenn damals das eigene Geld nicht angenommen wurde, hatte man ein Problem.
Früher – das ist in diesem Fall im April 1926, vor hundert Jahren also. Der Schilling wurde zwar schon am 20. Dezember 1924 per Gesetz beschlossen und 1925 eingeführt, allerdings war es 1926 immer noch verbreitet, mit Kronen zu bezahlen. In dieser Übergangszeit waren einige Zehntausend-Kronennoten schon mit einem Stempel versehen: 1 Schilling. Andere wiederum nicht. Vor allem in kleineren Geschäften und an Marktständen ging man dazu über, nur noch die gestempelten Banknoten anzunehmen. Dies stellte jedoch jene Kund*innen vor Probleme, die keine gestempelten Banknoten besaßen.
Diese Situation veranlasste die Innsbrucker Nachrichten, am 6. April einen Artikel zu dem Thema zu veröffentlichen. Darin wurde die Bevölkerung aufgeklärt, dass bisher nur die Fünftausend-, Fünfzigtausend- und Fünfhunderttausend-Kronen-Scheine von der Nationalbank eingezogen worden waren. Die Zehntausender blieben weiterhin gültig und mussten von Geschäftsleuten angenommen werden, unabhängig davon, ob sie gestempelt waren oder nicht. Außerdem folgte die Notiz, dass veraltete Banknoten trotzdem noch bei der Nationalbank umgetauscht werden konnten.
Im Stadtarchiv haben wir leider keine gestempelte Version des Zehntausend-Kronen-Scheins. Allerdings habe ich bei meiner Recherche hier einen gestempelten Schein gefunden. Im Unterschied zum Titelbild wurde dieser schon von der Österreichischen Nationalbank gedruckt, und zwar am 2. Jänner 1924. Er trägt auch ein anderes Design und bildet ein anderes Portrait ab. Die Banknote, die auf dem Titelbild abgebildet ist, ist am 2. November 1918 gedruckt worden, also wenige Tage vor Ende des Ersten Weltkrieges und der österreich-ungarischen Monarchie. Waren diese Scheine 1926 auch noch in Umlauf und wurden mit „1 Schilling“ bestempelt? Wissen Sie das oder haben Sie vielleicht sogar einen davon Zuhause?
Diese Zwischenstufe gibt es auch bei Münzen > 2 Groschen bzw. 200 Kronen. Diese Münzen wurde 1924 mit einem großen Zweier und zwei kleinen Nullern geprägt.
Habe ich mehrfach zuhause, die große Frage ist: Was mache ich damit? Möchte die jemand haben?