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Verbotenes Kühles Nass

Verbotenes kühles Nass

Der Innsbrucker Baggersee erstrahlte nicht immer in der uns heute bekannten Form. Das Gelände wurde seit den 1960er Jahren von der Firma Katzenberger für den Schotterabbau gewerblich genutzt. Mit dem Auslaufen des Pachtvertrages 1975, sollte die mittlerweile mit Grundwasser gefüllte Grube wieder geschlossen werden, um auf dem Areal ein Fernheizkraftwerk zu errichten. Gegen diese Pläne jedoch stemmte sich vehementer Widerstand in der Innsbrucker Bevölkerung, die den entstandenen See und der Verlockung eines Bades im kühlen Nass trotz auffälliger Verbotsschilder für sich entdeckt hatte. Die Bürgerinitiative und die damit verbundenen Proteste fanden schlussendlich Gehör, da die Verantwortlichen der Stadt Innsbruck erkennen mussten, dass alle Schilder und Verbote sinnlos erschienen, der Badespaß den der See bot, behielt die Oberhand.

1978 wurde ein Konzept für das Naherholungsgebiet Baggersee in Auftrag gegeben und 1979 kam es zur feierlichen Eröffnung. In dieser Zeitspanne wurde das Gelände weitgehend adaptiert, die Ufer abgeflacht, das Areal begrünt und Infrastruktur errichtet. Damit stand nichts mehr zwischen den Innsbruckern und ihrem See. Nachdem es immer wieder zu Vandalismus gekommen war, wurde der Baggersee eingezäunt und über Nacht abgesperrt. Im Jahr 1991 schließlich wurden sowohl die Grünfläche, als auch der See selbst vergrößert und die heute bekannten Sportanlagen errichtet. 1992 feierte der Baggersee seine zweite Eröffnung. Mit diesem Event wurde nun auch Eintritt von den Badewilligen verlangt und damit fand die Stadt Innsbruck ihre Version von ‚if you can’t beat them join them‘.

Katharina Walser

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-17275, Murauer)

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