Tyrolean Airways hat in den 1980er und 1990er Jahren nicht nur Linien- und Charterflüge durchgeführt
Schon im Oktober 1980 hat Tyrolean Airways nach dem schweren Erdbeben in Algerien im Auftrag des Roten Kreuzes Hilfsgüter nach Algier geflogen. Dazu wurde die Dash 7 nach dem Abendflug Wien-Innsbruck in eine Frachtmaschine umfunktioniert, wobei allerdings die Passagiersitze nicht ausgebaut wurden. Die Flüge fanden in der Nacht statt und die Maschine war am Morgen wieder rechtzeitig für den Frühflug nach Wien zurück in Innsbruck. Insgesamt wurden vier Flüge nach Algerien durchgeführt.
Später wurde mit der Dash 8-100 im Auftrag der Tyrol Air Ambulance eine Suchhundestaffel des Roten Kreuzes nach Armenien gebracht. Normalerweise dürfen so große Hunde und vor allem nicht so viele in der Fluggast-Kabine transportiert werden. Für ausgebildete Hunde, wie z.B. für Blindenhunde, gibt es aber Ausnahmen.
Es gab später noch einen Hilfsflug mit der Dash 8-100, und zwar mit Hilfsgütern nach Rumänien, ebenfalls für das Rote Kreuz im Auftrag der Tyrol Air Ambulance. Dabei wurde wahrscheinlich das einzige Mal die Trennwand zwischen dem Passagierraum und dem Frachtraum nach vorne verschoben um mehr Platz für Fracht zu schaffen. Die ersten bei der Tyrolean eingesetzten Dash 8-100 hatten die Möglichkeit diese Trennwand in drei Positionen zu fixieren.
Bekannt ist die Tyrolean auch durch die heute noch geläufigen „Gipsbomber Flüge“. Dabei wurden verletzte Schifahrer mit Dash 7 und später mit Dash 8-100 in ihre Heimatländer zurückgeflogen, vor allem in die Benelux Staaten, aber auch nach Großbritannien oder Skandinavien. Ab 1983 wurden diese Flüge im Auftrag der Tyrol Air Ambulance durchgeführt. Ab 1993/94 wurden die „Gipsbomber“ dann durch die eigenen Dornier 328 der Tyrol Air Ambulance übernommen.
Manfred Helldoppler
Fotos Jakob Ringler