Stereo für die Augen
Diese historischen Aufnahmen der Keystone View Company zeigen wohl eine Innsbruckerin mit ihrem Kind in der Maria-Theresien-Straße. Die Aufnahme ist auf das Jahr 1890 datiert.
Es handelt sich um eine Stereogramm-Karte. Diese Aufnahmen konnten in einem Stereoskop betrachtet werden– einem Apparat, der ein wenig wie eine massive Brille oder ein VR-Headset aussieht. Mit diesem Gerät konnten Betrachter eindimensionale Bilder dreidimensional erleben. Diese Bilder wurde im Idealfall leicht versetzt aufgenommen, um den dreidimensionalen Effekt zu verstärken. Auf der Rückseite solcher Stereographie-Karten gab es oftmals, wie bei diesem Bild, eine ausführliche Beschreibung des Motivs. Ebenfalls tendierten diese Karten wie Postkarten dazu, auf der Vorderseite beschriftet zu sein. Auf diesem Bild lautet die Beschriftung auf der Vorderseite: „Maria Theresienstraße, Hauptstraße der Tiroler Hauptstadt, Innsbruck, Österreich”.
Diese Art der Betrachtung wurde verwendet, um Szenen von weit her neugierigen Augen nahezubringen. Besonders die Bezeichnungen auf der Vorderseite und die ausführliche Erklärung auf der Rückseite sind mitunter heutzutage umstritten, da ihnen vorgeworfen wird, die Eindrücke, die durch die Bilder und deren Protagonisten entstehen, vorwegzunehmen oder Orte als unveränderlich zu zeigen.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum, Ph-26725)
Linda Riedl
Kind oder Hund? Verflixte Autokorrektur. Statt Hund Hind schreiben, schon ists passiert. Oder seh ich schlecht?
Wenn man beim Betrachten so „schianglt“ wie bei einem Streogramm, dann sieht man das 3 Bilder und das mittlere erscheint 3-dimensional, ganz ohne Hilfsmittel. Sieht gut aus!
Damit die Schielmethode richtig funktioniert, muss man das linke und das rechte Bild vertauschen, weil sich sonst der 3D-Eindruck umkehrt. Nach dem Vertauschen ist das aber wirklich in voller dreidimensionaler Pracht zu sehen. Ich habe einiger solcher Bilder.
datieren würde ich es auf die Zeit nach 1892, im Frühjahrs Matsch liegen ja schon die Schienen der Localbahn