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Ständchen Klein Stand Allein…

Ständchen klein stand allein…

…auf der weiten, weiten Wiese… oder so ähnlich. Meine Reime mögen verbesserungswürdig sein, meine Auswahl an guten Rätselfotos finde ich persönlich aber fürwahr ansprechend. Dieses Foto mag ich besonders, denn es gibt darauf so unendlich viel zu Entdecken und zu Betrachten. Das kleine Ständchen mit dem „Bürgerliches Brauhaus“ Schild ist ein Gesamtkunstwerk für sich. Zunächst fällt sofort die nette Dekoleiste vorne am Tresen ins Auge. Die schon drapierten Pflanzen oder Kräuter rund um die Durchreiche sind einfach schön. Aus dem Inneren des Standes glänzt ein kleiner Topf heraus, was mag er wohl beinhalten? Zwei Plakate linker Hand laden zu Abenteuern in der Breinössl Bühne oder dem Circus. Davor ist wahrscheinlich der stolze Besitzer mit seinen Kindern zu sehen. Eingerahmt ist das Ganze durch ein scheinbar endloses Feld, und nur ein Holzstadl dahinter lässt eine naheliegende Ortschaft vermuten. Doch wo sind wir hier und was bekommt man in dem netten kleinen Ständchen denn eigentlich so?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck Ph-27307)

Dieser Beitrag hat 11 Kommentare
  1. Auf dem Schild oberhalb von „Bürgerliches Brauhaus“ meine ich den Namen Wagenbichler zu entziffern. Bei der Suche nach Betrieben auf innsbruckerinnen.at findet sich von 1928 bis 1933 ein Josef Wagenbichler, Kiosk Amraserstraße „gegenüber dem Akzishäuschen“. Die Frage, auf welcher Höhe der Amraserstraße dieses Akzishäuschen seinerzeit stand, müssen die Experten beantworten…

    1. Ich behaupte nun, dass dieses Standl auf der heutigen Kreuzung Amraserstraße – Amraser-See-Straße (Südring) stand. Alleebaum und Telegraphenmast (Leitung nach Amras ??), die Türkenfelder könnten passen, mir kommt vor, als sähe ich den Patscherkofl hinter dem Herrn und ein Aksishäuschen gab es auch visavis. Südlich vom Standl müsste die Panzing Kapelle gewesen sein.

  2. Inzwischen ist die Lösung schon gefunden, ichtippte irgendwo auf den Amraser Feldern, hinten sieht man dann noch Häuser aus dem Umfeld des Bichlweges.

    Viel anderes außer Würstl und Bier – für die Kinder Kracherln o. ä. – wird das Standl nicht anzubieten gehabt haben, was mir auch den Inhalt des hochglanzpolierten Topfs erklärt. Dazu noch Brot, Senf und vielleicht Gurkerln. Mehr brauchten die Menschen aber auch nicht, man lebte zufrieden.

    Interessant das Zirkusplakat: Neben Löwen, Elefanten, Dromedaren und Kamelen gab es auch 10 Riffkabylen zu sehen, ein Exotentableau mit Menschen aus der Gegend des Rifgebirges in Nordafrika, wie mich das konsultierte Google belehrt und gleichzeitig auf Rifkabylen korrigiert hat. Imma dat Jenaue.

  3. Das Amraser Akzishäuschen hatten wir einmal im Bereich AmraserSee-Str./Geyrstr. vermutet.
    Offenbar war es deutlich weiter westlich …

  4. Jetzt muss ich schon fragen, bitte was ist ein „Akzishäuschen“? Habe diesen Ausdruck noch nie gehört.
    Ich glaube hinter dem Herren den Amraser Bichl neben dem Lehrerheim schemenhaft zu erkennen.

    1. Das waren heute innerstädtische Zollhäuschen, das prominenteste bei der Triumphpforte, einfach „die Lupe“ bemühen, manche waren (oder sind im Vermutungsmodus eingefroren) ernsthafte Rätsel.

      Den Bichl im Hintergrund hab ich auch schon vermutet, jedenfalls ist das ein ärmlicher Kiosk für einen Kiosk.

  5. Danke für die Infos. Habe meinen geschichtlichen Horizont erweitert. Zoll innerhalb der Stadt zu kassieren schon etwas seltsam. Wer hat das Geld eingesackt? Verm die Stadtgemeinde? Heute nannt man das Gebühren…………..
    Noch was zum Kiosk:
    Das Haus links im Hintergrund dürfte an dem Platz stehen wo sich heute die Kirche der Mormonen befindet.
    Rechts im Bild dürfte die Wiesengasse ihren Anfang Richtung Westen nehmen.

  6. Nein, nein – nicht „innerhalb der Stadt“ – sondern zwischen der („Innen“-)Stadt und den dörflichen Gemeinden an ihrer (jeweiligen) Außengrenze –
    – also v o r der Eingemeindung von Wilten an der Triumphpforte (die ja wirklich, wie man am letzten „Innsbruck von der Seegrube“-Foto sieht, deutlich sichtbar mitten in der Straße steht als Grenzgemarkung),
    – und vor der Eingemeindungc von Pradl – da war doch das Häuschen vor der Rhombergfabrik am Beginn der Amraserstraße, oder erinnere ich mich falsch.
    Ja, und das stolze, geschichtsträchtige Amras wurde eingemeindet Anno 19?? !! Sehen Sie!
    Damals wußte man die „lokale Wirtschaft“ zu schützen. Man wußte, daß nicht nur die Kaufkraft abwandern würde, sondern auch viel mitmenschlicher Kontakt…. Dem Kunden wurde durch die Höflichkeit, mit der er bedient wurde, doch persönliche Wertschätzung entgegengebracht – wenigstens ein bißchen.
    Und jetzt lautet die Einstellung der Wirtschaft „Klaub dir des Graffl selber zamm! “
    Viel L e b e n ist damit erloschen.

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