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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Šparkasse

Šparkasse

In den 1960er Jahren, als die ersten Anwerbeabkommen zwischen Österreich und Jugoslawien vereinbart wurden, bekamen Arbeiter:innen ihr Geld in Innsbruck wöchentlich am Freitag im Lohnsackerl ausgehändigt. Diese Praxis war in der Industrie teilweise bis in die 1990er Jahre üblich, im Tourismus verschwand sie erst in den letzten Jahren, als man den Betrieben die Bar-Auszahlung von Gehältern untersagte. Man kam also auch ohne Giro-Konto aus, die eigenen Kosten wurden per Erlagschein am Postamt oder der nächstegelegenen Bank überwiesen.

In unserem Titelbild, einem A3 Karton der wohl eine Zeit lang in den Filialen der Sparkasse Innsbruck-Hall und ihren Auslagen in der näheren Umgebung gehangen ist, wendet sich die Bank in Serbokroatisch mit diesem Text an die Arbeitsmigrant:innen:

Bei allen Geldangelegenheiten ist Sparkasse Innsbruck-Hall mit ihren Filialen in Innsbruck, Absam, Axams, Ehrwald, Götzens, Hall, Igls, Inzing, Kematen, Reutasch, Mi, Leutasch, Mi Schönegg, Seefeld, Silz, Steinach, Telfs, Völs, Wattens und Zirl Ihr zuverlässiger Partner.

Geldtransfers in Ihr Heimatland
Wechsel von Dinar in Schilling und Mark und umgekehrt
An- und Verkauf von Gold- und Silbermünzen
Girokonto:
Wie Sie Ihr monatliches Einkommen gegen Verlust oder Diebstahl absichern können

(Übersetzung google translate)

Das Angebot ist lebensnah zu den Bedürfnissen der neuen Innsbrucker:innen gestaltet, Geldtransfer und Wechsel sind noch wichtiger als das Konto.

Ein Problem, das sich bis heute mit den Sprachen Mittel- und Osteuropas fortsetzt: Die in der Fremden Sprache verwendeten Sonderzeichen „ŽĆŠ“ waren für den Drucker nicht im seinem Bleisatz auffindbar… und das obwohl die parkasse ihr eigenes S mit Punktl darüber schon zuwege brachte.


Im Adressbuch findet die Veränderung auch ihren Niederschlag. Im Jahr 1970 tragen nur 175 Einwohner:innen der Stadt einen Namen der auf „vic“ endet. 1976 sind es dann 2325. Die Veränderungen bei den Vornamen der Hilfsarbeiter:innen im selben Zeitraum haben wir schon hier einmal dargestellt.

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