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Rathaus Und Stadtturm – Aber Anders (Teil 1)

Rathaus und Stadtturm – aber anders (Teil 1)

Bei der Betrachtung des Titelbildes ist Ihnen vielleicht, wie einem Kollegen aus dem Stadtarchiv, der Satz „das ist doch gar nicht Innsbruck“ entwischt. Sie hätten damit aber nur teilweise recht. Ja, es ist nicht Innsbruck in seiner heutigen Form, trotzdem befindet sich das Motiv in der Tiroler Landeshauptstadt. Links am Bildrand erkennen Sie das Goldene Dachl, der zentrale Turm ist der Stadtturm, nur mit Spitzen anstatt des Zwiebelhelmes.

In unserer Archiv-Datenbank ist dieses Bild als „geplantes Rathaus“ verzeichnet, datiert auf 1861. Ich konnte hierzu leider nicht mehr finden. Wahrscheinlich ist es ein Entwurf für einen neugotischen Umbau des alten Rathauses, das damals noch als solches in Verwendung stand. Sobald man die das Bild verorten kann, sieht man auch die überlegten Umbaumaßnahmen sofort. Die Veränderung des Stadtturms selbst habe ich bereits erwähnt, doch am Gebäude selbst sind auch signifikante Unterschiede zu erkennen, allen voran die neugotische Fassade und der Umbau des Hauses Herzog-Friedrich-Straße 23 (an der Ecke zur Riesengasse) und die Angleichung an die Bauweise des Rathauses. Ein Architekt ist nicht verzeichnet.

Ein weiterer Entwurf, vermutlich aus derselben Zeit, stammt vom deutschen Architekten Maximilian Pohl (1830-1863). Er behielt zwar die Grundstruktur eines Gebäudes mit (den mittigem Turm mit einberechnet) sieben Fensterachsen samt Umbau des rechts angrenzenden Hauses bei, veränderte jedoch den Turm nachhaltiger.

Entwurf eines neuen Rathauses in Innsbruck von Maximilian Pohl (StAI, Ph-10763)

Letztendlich wurden aber beide Entwürfe nie realisiert, die Stadt Innsbruck entschied sich für einen Ortswechsel an die Maria-Theresia-Straße. Über einen weiteren Entwurf für ein Rathaus in der Herzog-Friedrich-Straße können Sie im Beitrag „Vom Goldenen Dachl zum neogotischen Rathaus? (Teil 3)“ lesen.

Titelbild: StAI, Ph-10060
Autor: Gregor Dohle

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Laut der Sammlung des Architekturmuseums der TU Berlin handelt es sich bei der obigen Darstellung um einen Entwurf des Architekten Oskar Pichler (1826-1865), Inv. Nr. 7377:
    https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=79&POS=3

    Es ist die Einreichung zum Konkurrenzentwurf 1861, wo Pichler den 2. Preis errang. Von Maximilian Nohl sind im Architekturmuseum originale Handzeichnungen überliefert, ebenso von Oskar Pichler ein Entwurf für den Ratssaal. Der Architekt A. Wanstrat lieferte 1861 ebenfalls Entwürfe für einen historistischen Umbau des Rathauses.

    1. Komisch, ich hätte schwören können, dass der Beitrag von Jos noch nicht da war, als ich meinen geschrieben habe. Dieser hat ja alles ja schon viel ausführlicher erklärt.

  2. Die Tiroler Schützenzeitung vom 3. März 1862 berichtet zum Architekturwettbewerb um das Rathaus, dass die ersten beiden Preise ex aequo vergeben wurden. Demnach wurde damals die hohe Zahl von mindestens fünfzehn Plänen eingereicht. In der Zeitungsberichterstattung heißt es:

    „Von den zum Neubau des Magistrats-
    gebäudes in Folge der Preisausschreibung einge-
    laufenen Plänen erhielten die ersten zwei Preise zu gleichen
    Theilen die Pläne Nr. 9 und Nr. 15, welche als gleich
    würdig erkannt wurden. Ersterer rührt von den beiden
    Frankfurter Architekten Oskar Pichler und G. Seestern-Pauly,
    letzterer von Herrn Ingenieur Geppert in Innsbruck her.
    Der dritte Preis wurde dem Plane eines Cölner Architekten
    zuerkannt, dessen Name noch nicht bekannt ist.“

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