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Raritäten Aus Der Sammlung Kreutz – VI

Raritäten aus der Sammlung Kreutz – VI

Hier steht zwei Baggern das Wasser nicht gerade bis zum Halse (wo der beim Bagger auch ist), aber immerhin bis auf halbe Kettenhöhe. Auch wenn man nicht technikaffin ist, ist einem schnell klar, dass es sich um Maschinen aus den 1960er oder frühen 1970er Jahren handeln dürfte. Aber was machen die da? Zwei Metallelemente – für eine Spundwand? – in den Fluss treiben?

Leise drängt sich nebenher die Frage auf, ob hier je wieder ein Fisch schwimmen wird. Flundern?

Natürlich fragen wir uns, was und wo hier gewerkelt wird. Einen Hinweis dürfte uns die Gebäudeansammlung im Hintergrund liefern. Industriehallen gab/gibt es in Innsbruck nur an wenigen Orten.

Und für was für ein Bauwerk werden im Vordergrund die Vorarbeiten gerade ausgeführt?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck)

Dieser Beitrag hat 14 Kommentare
  1. Die Gebäude im Hintergrund gehören u.a. zur Fa. Eisen Oberhammer in St, Bartlmä zwischen Brennerbahn und Sill. Die Bauarbeiten stehen, wie Herr Roilo schon schreibt, im Zusammenhang mit dem Neubau der Wiltener Sillbrücke, die dämlichen Partnerstadtnamen merk ich mir nie in der richtigen Platzierung, gehört zur Amras-Aldrans.Schwäche. Man nutzt das geringe Wasseraufkommen in der Winterzeit, wobei der Schaufelbagger noch eine tiefe Fließrinne zur Ablenkung des Wassers zu graben scheint. Daß es da eine zwischenzeitliche Behelfsbrücke gegeben hat, wußte ich nicht.

    1. Mit den neuen Brückennamen geht es mir gleich, für mich ist das noch immer „die obere Sillbrücke“ zum Unterschied zur Gaswerkbrücke und der Pradlerbrücke – wohne allerdings auch lange nicht mehr in Innsbruck. Der Neubau der Brücke 1976 wird im Zusammenhang mit der Autobahn stehen. Dass es eine Behelfsbrücke gegeben hat, nehme ich nur an. Bei der Sanierung 2017 wurde allerdings der ganze Verkehr umgeleitet, die Igler eingestellt.
      Zur Technik noch: Zwei Generationen Bagger stehen hier beinander – ein alter Seilzugbagger mit Gitterausleger und ein Hydraulikbagger

  2. Dass der Tieflöffelbagger die Sill eintieft ist gut zu erkennen, die Tatigkeit des Seilbaggers erschließt sich mir noch nicht ganz. Zum Rammen der Spundbohle fehlt der Rammbär, zum Ziehen steht er etwas weit entfernt. Der Seilbagger ist noch von der Montana-Bau, die Ende der 1970er-Jahre (mWn. 1978 oder 1979?) im Zuge der Innverbauung beim Olympischen Dorf von der Bildfläche verschwunden ist.

    1. Es sieht aus, wie wenn der Seilbagger gerade dabei wäre, den Eisenpfosten in eine dazu notwendige, wenn auch nicht sichtbare Halterung heinein zu heben. Rammbär (danke für das Fachwort) kommt anschließend.

      Die Schaufelbagger (ich erinnere mich an den damaligen Begriff Löffelbagger) hab ich als Kind ebenfalls noch als Seilzugbagger in Erinnerung. Die Verwendung als Greifer war seltener. Kinderelend: Die Spielzeugbagger waren leider alle als Greifer konzipiert, spiegelten also die verlangte Realität nicht wieder. Daß ein Seilzugschaufelbagger für die Bedienung durch die schwache Hebelkräfte des Spielzeugs wahrscheinlich schwer zu realisieren gewesen wäre, bedachte ich natürlich nicht.

        1. Vielen Dank für die Mühe des Heraussuchens! Das sind – auch von der Baustelle her – wieder zwei hochinteressante Aufnahmen. An den Namen Menck kann ich mich noch gut erinnern, man sah ihn so häufig wie heute Cat oder Volvo.

          1. Dieses Foto wollte ich Ihnen, Herr Hirsch, schon am Vormittag schicken, aber es hat ja so lange gedauert, bis der vorgehende Eintrag mit den zwei Links erschien – etwas mit zwei Links muss ja zensuriert werden, und das dauert halt! 😉 Danach habe ich darauf vergessen!

            Die gleiche Baggertype (wir hatten damals zwei Menck M 90 eingesetzt) besaß auch eine Ausrüstung mit Gitterausleger und Greifer. https://postimg.cc/mhLJ0m6c

        2. Interessant auch der Lastwagen. Er sieht aus wie in aus Ami-Heeresbeständen stammender GMC oder Studebaker. Wahrscheinlich damals so billig erworben, daß der gewaltige Durst der Benzinmotoren keine Rolle spielte. Ich wurde beim Bundesheer noch mit derartigen Gratten herumgefahren.

          1. Wir hatten 1957 drei solcher LKW aus amerikanischen Armeebeständen, allerdings waren sie von einem Innsbrucker Frächter (Weixelbraun oder Weichselbraun, ich weiß es nicht mehr genau) angekauft worden und von uns hauptsächlich auf dem letzten Stück zum Joch eingesetzt. Bei unseren Leuten waren sie die „dschiemsi! Ja, sie waren Benzinfresser, aber unverwüstlich!
            Mit dem „Herumfahren in diesen Gratten“ waren Sie in guter Gesellschaft: https://postimg.cc/2qp6jr70
            Mit ihnen und einigen Unimogs wurden zur „Durchstichfeier“ im Juli 1957 die Ehrengäste heraufgebracht. Gut zu erkennen der damalige Verkehrs-Landesrat Hermann Egger und der Ötztaler Landtagsabgeordnete Dr. Valentin Falkner – ganz wohl wird ihnen nicht gerade gewesen sein!!

        3. Nochmals Dank für die weiteren Fotos vom Menck-Bagger und der abenteuerlichen Auffahrt der Prominenz mittels Dschiemmsie-Taxi. Wahnsinn, ein mittelgroßer Stein auf dem Weg und es macht einen derartigen Naggler, daß die auf der Ladefläche stehenden Honoratioren in hohem Bogen hinausfliegen.

    2. Die in der Anichstraße 24 ansässige Montana-Bau war eine damals in Westösterreich doch recht bedeutsame Baufirma, die einige größere Baulose der Inntal- und Brennerautobahn errichtet hat und u.a auch am Bau des Arlbergstraßentunnels beteiligt war. Erzählungen von damals Betroffenen zufolge wurde sie ziemlich zeitgleich mit der Eröffnung des Arlbergstraßentunnels insolvent, das sollte also Ende 1978 (oder Anfang 1979?) gewesen sein.

      Der Zweck der beiden einzelnen in das Flußbett gerammten Spundbohlen erscheint mir auch noch als Rätsel – eine Spundbohle kommt normalerweile selten alleine. Vielleicht gibts im Stadtarchiv ja noch andere Bilder aus der Sammlung Kreutz, die da Aufklärung bringen können?

      Der Seilbagger könnte von der Form des Gegengewichtes am Heck ein Link-Belt sein. Ein Link-Belt mit einem ähnlichen Gittermast existiert im Großraum Innsbruck sogar noch betriebsfähig (wenn auch mittlerweile mit einiger Patina) und wird dem Vernehmen nach alle heiligen Zeiten sogar noch für „Spezialeinsätze“ in Betrieb genommen. Ob das der selbe ist??

      1. Die Montana-Bau hatte auch einen Gradall-Teleskopbagger, der nach dem Konkurs weiter „Karriere“ in Tirol machte. Der Oberwagen war immer gelb, der Unterwagen war bei der Montana ursprünglich schwarz, dann hellblau und zum Schluss rot. Immer zu den Firmenfarben der jeweiligen Unternehmen passend, die diesen im Laufe seines Lebens im Einsatz hatten.

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