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Raritäten Aus Der Sammlung Kreutz – III

Raritäten aus der Sammlung Kreutz – III

„Unser Haus mit Teilansicht der Gärtnerei“ steht von alter Hand auf der Rückseite dieses Fotos. Kein Datum, keine Adresse. Also ein Auftrag an die LeserInnenschaft, viele Jahrzehnte später diese Mankos zu ergänzen.

Aufgrund der Nordkette im Hintergrund besteht kein Zweifel, dass wir uns in Innsbruck befinden. Und auch in welcher Region des Stadtgebietes.

Das Stöcklgebäude könnte eine der zahlreichen Manufakturen und kleinen Fabriken in den Innenhöfen sein, die früher allerlei auch „emissionsreiche“ Produkte gleich neben den Wohnungen fabrizierten. Es ist verwunderlich, dass dies nicht zu mehr schweren Konflikten geführt hat.

Es bleibt zu hoffen, dass die Gärtnerei eine gute Glasbruchversicherung hat. Und noch was bleibt zu hoffen: Dass Sie das Rätsel dieses Ortes nicht allzu schnell lösen und zumindest ein bisschen zu kiefeln haben. Meine diesbezügliche Hoffnung ist allerdings gering.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck)

Dieser Beitrag hat 13 Kommentare
  1. Das Haus in der Mitte ist die Adresse Schöpfstraße 21, wie wir sie in einem früheren Rätsel schon bewundern konnten. Ein weiteres Rätsel ist natürlich, welche Gärtnerei das gewesen ist, und was es sonst noch zu entdecken gibt.

      1. In diesem Beitrag schrieb der famose Rätselautor Herr Egger auch, dass man jetzt vielleicht bald doch zu Rätselfotos aus chinesischen Städten übergehen müsse.
        Zum Glück ist dieser Vorschlag bisher (noch?) nicht umgesetzt worden…..

        Es gibt in einer so vielgestaltigen Stadt wie Innsbruck aber bestimmt noch genügend Mysterien und unbekannte Häuser für viele spannende Rätsel, auch aus Pradl.

  2. Im Haus Schöpfstraße 21 wohnte u.a. die Familie Nöbl. Und damit kann man anhand dieses Fotos eine herrliche Brücke nach Argentinien schlagen, oder wie der Tiroler Anzeiger vom 8. November 1937 zu erzählen weiß:

    „Als Skilehrer und Organisator in Argentinien!

    Vor dem Hause Schöpfstraße 21 steht seit einigen Tagen
    wieder ein kleiner „Ballila“ mit dem Städtezeichen von
    Turin. Hans N ö b l, unser berühmter Landsmann mit dem
    immer fröhlichen Bubengesicht, ist wieder daheim bei den
    Seinen. „Der Hansl“, wie ihn in ihrer Art seine Freunde
    einfachhin nennen, ist trotz seiner sportlichen und organi­-
    satorischen Erfolge der gleich liebe und nette Kerl geblie­-
    ben, der so gar nichts von Stolz und Ueberheblichkeit an
    sich hat. Es läßt sich mit ihm in der warmgetäfelten Stube
    so gemütlich und unterhaltlich plauschen wie vor zehn Jah­-
    ren, als er noch als strammer Fleischerlehrling singend
    und pfeifend im väterlichen Geschäfte der Arbeit nachging.
    Die fürsorgliche und riegelsame Mutter spricht nicht viel,
    sie muss immerzu nur den heimgekehrten, sonnverbrannten
    Buben anschauen.
    Der zweite Aufenthalt in Argentinien…..
    Hansl erzählt in einfach-schlichter Weise von seinem
    zweiten Aufenthalt am wildromantischen Nahuel
    H u a p i in Patagonien, wohin er im Mai des Vorjahres
    von der argentinischen Regierung berufen wurde, um in
    dem 785.000 Hektar umfassenden, fast unbewohnten Ge­-
    biete des Nationalparkes, der wegen seiner wunderbaren
    Flora und Fauna zu den schönsten Landstrichen Amerikas
    zählt, ein großes Sportdorado mit Hotels, Randsied­-
    lungen, Schutzhütten und Sportanlagen zu schaffen so­
    wie vor allem den Skisport zu organisieren. Nöbl hat mit
    der argentinischen Regierung einen fünfjährigen Vertrag
    geschlossen und hofft bis zum Ablaufe desselben seine groß­-
    zügigen Pläne der Verwirklichung zugeführt zu haben.
    Der Hansl breitet vor mir Hunderte von Zeitungsaus­-
    schnitten aus, die sich mit seinem mühevollen Wirken in
    Argentinien befassen und in denen ihm vielfach das schmük-
    kende Beiwort „Dio del Ski“— Gott der Skierer— ge­-
    geben wird, nachdem die Italiener in echt südländischer Be­-
    geisterung den Leiter der staatlichen Skischule in Sestriere
    vor einigen Jahren schon den „Archangelo della neve“
    nannten.
    Am 12. Mai fuhr Nöbl von Genua auf dem italienischen
    Schnelldampfer „Conte Grandi“ nach Buenos Aires.
    Während der Ueberfahrt tummelte er sich viel im Schwimm­-
    bad herum oder unterhielt sich in angeregten Gesprächen
    mit den bekannten italienischen Rennfahrern Pintaganda
    und Marchese Bruno, die zum großen Autorennen nach Rio
    de Janeiro auf dem Wege waren. Nach 18-tägiger Fahrt
    kam unser Landsmann in Buenos Aires an, wo er vom
    Präsidenten des Parcque Nacional de Sud Dr Antonio
    Lynch, Vertretern der Regierung und der Presse sowie
    führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und
    einer sportbegeisterten Volksmenge am Hafen empfangen
    wurde. Hatten doch fast alle größeren argentinischen Zei-
    tungen Bilder vom Innsbrucker Skisportler sowie eine
    eingehende Würdigung seiner bisherigen organisatorischen
    Tätigkeit in Südamerika gebracht.“

  3. Das Haus Schöpfstraße 21 gehörte bis 1916 dem Kunst- und Handelsgärtner Fritz Nickel und ab 1917 der Fleischhauersgattin Klara Nöbl. Diese aufschlussreiche Besitzhistorie spricht dafür, das Bild auf die Zeit vor 1916 zu datieren.
    Der Name Nickel lässt einen natürlich aufhorchen, schließlich gab es mit Fritz Nickel (1895-1975) einen bedeutenden Innsbrucker Hobbyfotografen. Vielleicht sind es ja Vater und Sohn?

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