skip to Main Content
Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Nomen Est Omen

Nomen est omen

Bei der Durchsicht einiger Akten ist mir neulich zufällig folgender Bericht über den Schmuggel eines Fasses Wein untergekommen, der nicht ganz nach Plan verlaufen ist und daher vom städtischen Gefällsamt verfolgt wurde.

Löblicher Magistrat!

Zur Ergänzung des diesämtlichen Berichtes vom 12. Juli l.J. womit die nächtliche Ergreifung eines Fasses Wein mit 165 Litern durch den städtischen Gefälls-Aufseher Alois v. Wenzel, dem löblichen Magistrate gemeldet wurde, erlaubt man sich noch folgendes anzufügen:

Nachdem der Eigentümer des Fasses Wein, Namens Benedikt Sauerwein, Südbahnbediensteter eine Frist gestellt, und derselbe nach Ablauf derselben das Erklären abgab, man sollte mit dem Weine machen was man wolle, man kann denselben auch in das Wasser werfen, er werde sich nicht mehr darum kümmern, so wurde zu dessen Veräußerung geschritten. Leider war der Wein eine derartige Qualität, daß jeder Versuch einer Veräußerung scheiterte, und sah man sich daher gezwungen um noch etwas zu retten, denselben dem Essigfabrikanten Herrn Johann Seep in der Höttingerau um das Angeboth von 10 fl samt Fass zu überlassen. Es wird hievon einem löblichen Magistrate unterthänigst Bericht erstattet mit dem Bemerken, daß nachdem 2 f Transportspesen darauf lasten, noch ein Betrag von 8 f. Ö.W. zur Deckung der Gefällsstraße erübrigen, über welche der löbliche Magistrat gütigst verfügen und die weitere Weisung anher gelangen lassen wolle.

Bei dem inkriminierten Schmuggler Sauerwein war Name offensichtlich Programm – allfällige Abnehmer des Fasses hätten wohl schon beim Namen stutzig werden sollen. Durch das „Ergreifen“ des Fasses ist es aber ohnehin nicht soweit gekommen – außer Spesen somit nichts gewesen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Coml 1895 – Gefällsstrafen wegen Schmuggel)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Back To Top
×Close search
Suche