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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Nervenkitzel Am Zirler Berg

Nervenkitzel am Zirler Berg

Am 27. und 28. Juni 1953 stand der Zirler Berg wieder einmal ganz im Zeichen des Motorsports. In nicht weniger als 17 verschiedenen Kategorien gingen beim legendären Bergrennen rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Start. Mit Erna Hucke (DKW Meisterklasse), Leopoldine Lauda (VW) und Johanna Gräfin Palffy-Erdödy (MG) wagten sich auch drei Frauen an das Abenteuer Zirler Berg.

Entlang der anspruchsvollen Strecke hatten sich an die 10.000 Schaulustige eingefunden, um die Motorräder mit ohne Beiwagen sowie die Touren- und Sportwagen bei der Zeitenjagd zu bestauen. Auch der junge Innsbrucker Richard Frischauf hatte sich mit seiner Kamera am Streckenrand postiert. Ihm verdanken wir diese eindrucksvollen Aufnahmen.

Dieser Opel-Rekord wurde vom Innsbrucker Kurz Melzer pilotiert. Er landete damit in der Zirler Bergwertung bei den Tourenwagen bis 1500 ccm auf dem 2. Platz.
Einer von mehreren Alfa Romeos, die bei den Tourenwagen bis 2000 ccm an den Start gegangen waren. Am Ende stand dann doch ein Lancia vorne …
Martin Wörle aus Seekirchen holte mit seinem BMW 335/1 den Tagessieg in seiner Klasse …

Der „Höhepunkt des Rennens“ war – nicht nur nach Ansicht der Tiroler Nachrichten – der „Zweikampf Zeller – Mathe oder Porsche gegen Porsche. Zuerst hatte es den Anschein, als würde Mathe nicht im geringsten gefährdet sein. Zeller mußte im ersten Lauf vor der Zielkurve vom Gas weg, der zwei Minuten vor ihm gestartete Kleewein fuhr vor ihm in die Kurve. Erst nachher konnte ei an die Überholung denken. Zeit war verloren. Das gleiche Mißgeschick war Zeller schon vor einem Jahr pas­ siert. Die zwei Minuten Zeitintervall zwischen den bei­ den Gruppen war also leider zu gering gewesen. Nach ihm folgte der österreichische Staatsmeister Mathe. Brüllend pirschte sich sein Porsche den Hang herauf, ein kurzer „Schlenzer“ in der Kurve als ein Beweis, wie sich Mathe auch mit einer Hand seinen Wa­gen meisterte. Dann stand sie fest, die absolute Bestzeit des Tages, der Einbruch in die Vormachtstellung der schweren Motorräder war gelungen. Eine bravouröse Leistung. Der zweite Lauf aber wurde Mathe zum Verhängnis. Wieder war Zeller genau die gleiche Zeit wie im ersten Lauf gefahren. Doch Mathe kam nicht. Erst mit 35 Se­kunden Verspätung auf Zeller kämpfte er sich wie ein Berserker in die Zielkurve. Da, ein Aufschrei: Mathe war zu weit nach links hinüber gekommen, der Wagen schleuderte und rammte die Straßenrandmauer. Wie von einer unsichtbaren Feder wurde Mathe weggeschleudert und kam unbeschädigt wieder in die Fahrbahn, doch der Motor stockte für einige Sekunden. Das Rennen war für ihn verloren. Wie wir nachträglich erfahren, hatte sich im zweiten Durchgang anscheinend ein Getriebe­ schaden bei Mathe eingestellt. Dadurch die Verspätung, die er mm im Endspurt zumindest reduzieren wollte, doch war er anscheinend zu schnell in die Zielkurve gebraust und dadurch ins Schleudern gekommen. Zeller holte sich damit die Bergwertung und die Goldmedaille in dieser Klasse.“

Kurvenstudien. Oben Kurt Zeller und unten Otto Mathé in der Haarnadelkurve …

(StAI, ohne Signatur, Fotos: Richard Frischauf)

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