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Mutig!

Mutig!

Im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert gehörte ein Rutsch- oder Rettungstuch zur Standardausrüstung von Feuerwehren in Stadtgebieten. Auch die Innsbrucker Feuerwehr war hier keine Ausnahme.

Im Rahmen des II. Österreichischen Feuerwehrtages, der im August 1882 in Innsbruck über die Bühne ging, wurde in der Turnhalle eine Fachmesse abgehalten. Untern den Ausstellern fanden sich neben lokalen Fachfirmen, wie die Feuerlöschfabrik des Georg Lang (Wilten) oder die Spritzen-Fabrik des Josef Schmid (Absam), auch Hersteller aus anderen Kronländern und dem Ausland.

Auch das Feuerwehr-Ausrüstungsdepot des Josef Beuer aus Reichenberg (heute Liberec) in Böhmen war mit seinem Reichenberger Rettungstuch vertreten, welches von der Innsbrucker Feuerwehr sogleich erprobt wurde. Trotz eines kleinen Malheurs bei der Schauübung – das Rutschtuch war kurzerhand und gegen den Protest des Erfinders zum Sprungtuch umfunktioniert worden, wodurch es einen Riss erhielt – scheint das neue Rettungsgerät die Innsbrucker überzeugt zu haben, denn bereits bei der Herbsthauptübung am 22. Oktober 1882 kam ihr eigenes Rutschtuch zum Einsatz. In den Innsbrucker Nachrichten vom 23. Oktober 1882 heißt es dazu:

„Besonderen Beifall des dicht gedrängten Publicums erntete eine Steigerabtheilung, die am Gasthause ‚zur Rose‘ das neue Rutschtuch exercierte. Gestern konnte man wahrnehmen, wie vortheilhaft und praktisch sich dieses Requisit verwerten lässt, indem sich außer den Steigern, die ja Uebung darin haben, auch andere Leute furchtlos und natürlich auch Knaben mit besonderer Freude an dem Sport vom vierten Stock auf dem Rutschtuche herunterließen.“

Unsere Aufnahmen stammen von anderen, späteren Übungen, verdeutlichen aber, dass zur Benützung eines Rutschtuches, zumal aus großer Höhe, eine gehörige Portion Mut gehörte.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-12807 / Ph-12828)

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Ich tippe auf Südbahnstraße 20. Zumindest sind in den Adressbüchern unter dieser Anschrift (auch Bahnstraße bzw. Staatsbahnstraße) die Schneiderei der Frau Pfund und die Weinhandlung des Herrn Zimmermann angeführt.

    1. Es stimmt, dass in „innsbrucker*innen“ sowohl eine Josefine Pfund / Damenkleidermacherin als auch ein Josef Zimmermann / Weinhändler mit Adresse Südtirolerplatz 8 bzw. Bahnstraße 20 angeführt ist. Man findet aber auch heraus, dass Südtirolerplatz 8 und Bahnstraße 20 dasselbe Haus ist.
      Die seinerzeitige „Bahnstraße“ beinhaltete alle Häuser der heutigen Bruneckerstraße ab Museumstraße (Ausnahme das Hotel Tyrol / Tyroler Hof am Eck, welches schon die Adresse Rudolfsstraße (heutige Brixnerstraße) hatte, dann die ganze Westseite des heutigen Südtiroler Platzes und (da bin ich mir aber nicht ganz sicher) auch noch die heutige Sterzingerstraße bis zur Heiliggeiststraße.

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