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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Map Stories: #friedensjahre

Map Stories: #friedensjahre

Eine schöner neuer Plan aus der Sammlung Markus Wilhelm ergänzt manches, was man über die Stadtentwicklung schon weiß und bringt doch auch wieder neue Fantasien, wie sich der Verkehrsknotenpunkt Innsbruck gemütlich entwickeln könnte, wenn da nicht ein paar Jahre später die Welt in Flammen stehen würde.

Der Plan, den man wie üblich auch hier ganz genau interaktiv betrachten kann, dürfte aus dem ersten Halbjahr 1911 stammen. In der Reichenauerstraße 42 ist gerade ein Haus entstanden, das auf dem nachbemalten 1909er Karte noch fehlt. Zum Vergleich:


Das Haus wurde von der Oberlandesgerichtsratswitwe Anna Ibele und ihren Kindern erbaut und bezogen, später ging es in der Familie weiter an Anna Fiegl geborene Ibele. Am Hohen Frauentag kann man auch einmal von weiblichen Hausbesitzerinnen berichten, die bei uns nach den Gesetzen der Monarchie eher dünn gesät waren.



Die Lieblingsvision des Planes von 1911 ist die Eisenbahnfanatasie in Wilten. Die Geleise werden bis mitten in die Wiese vor der Basilika fortgedacht; das kam dann etwas anders temporär im Ersten Weltkrieg, die Baracken und Zufahrten wurden aber alle danach wieder ausgegraben wie kürzlich der Interkulturelle Gemeinschaftsgarten, der jetzt wegen der verfrühten Absiedelung brach liegt, da das Stift hier nicht so bauen darf, wie es wohl will. Zurück zum Bahnhof Wilten-Basilika, zur Illustration wie verschieden diese Pläne im Detail dann doch sind auch wieder mit dem Vergleich der 1909er Karte:

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare
        1. Ja, diese Innsbrucker Stadtpläne sind ein wirklich schauriges Thema – ich habe sie immer schon „kriminell“ gefunden, was ihre geradezu fahrlässige Ungenauigkeit – oder sagen wir „Schlamperei“ anbelangt. Da geht es mir wie Ihnen, Herr Roilo – und wie dem verehrten Herrn Hirsch: Der Anblick versetzt mir jedesmal eine Watschen.

      1. Mein Gott! Innsbrucks WILDER WESTEN!
        Eines Tages kam mein Papa (1946? 1947?) mit der Botschaft heim nach (damals) Fritzens:
        „wir kriegen eine Wohnung in Innsbruck!!!“
        „Wo?“ fragte meine Mama mißtrauisch.
        „In dera Karwendlstroßn“ verkündete Papa.
        „Um Himmels Willen! Da ist ja dreimal die Woche mindestens die Polizei draußen – so wild gehts dort zu…!!!“
        Aber – wie jeder mittlerweile weiß – wir bekamen sie eh nicht. Sondern erst 1950 die in der Andreas Hofer Straße.
        Kein Wunder, daß sich in diese gefährliche Gegend – wo’s eh nix gibt! – kein Vermessungstechniker und Stadtplanzeichner hinausgetraute. Schon seiner wertvollen Geräte und Instrumente wegen.
        Na ja, etwas genauer als die kopfstehende Ebsdorfer Weltkarte sind diese schematischen Annäherungen allemal. Halt früh-neuzeitlich, täte ich sagen.
        Es konnte ja nur besser werden – oder?
        Und so ein Stadtplan hinkt der städtischen Wirklichkeit ja immer an die 15 bis 20 Jahre hinterher, oder?

        1. …und ausgerechnet in der Antwort an Herrn Prof.Dr.Hirsch dieser Schreibfehler!
          Es ist natürlich die EPSDORFER Weltkarte – und wenn Sie Wikipädia danach befragen, wird Ihnen die frappante Ähnlichkeit mit diesen Innsbrucker stadtplänen nicht entgehen – zumindest farblich und ebenso genau.

        2. Aber Frau Stepanek, die Karwendelstraßenhäuser scharten sich doch artig um die Kirche. Wobei auch die Häuser an der Egger Lienz Straße und der Ing. Riehl Straße unter diesem Oberbegriff zusammengefaßt waren.
          Sie waren ausnahmslos von Eisenbahnerfamilien bewohnt, ein auch politisch durchgefärbtes Bollwerk, das gerne unter sich blieb. Ich nehme an, die vergaben Wohnungen nur an ÖBB Personal. Dass ich mit den Bahnelern in der Volkschulklasse – Gasser, Raggl, Fürholzer, Haller – gut ausgekommen bin, freut mich heute noch.
          Zugegangen ist es eher bei uns daheim – ich glaub, ich habs schon einmal erwähnt – mit dem Gasthof Niedermayr als Ort des Zusammentreffens erzkatholischer Tischler und Zimmerer aus der Gegend von Götzens und Axams und dem gottlosen Sozivolk aus der Wiltener Eisenbahner Hochburg. Tote gabs aber keine. Hie und da stund halt „die Streife“, ein VW Käfer mit Zusatzscheinwerfer, vor der Tür. Für mich natürlich sensationell…

          1. Jaaa, und mich damals 8-jährige hätten derart sensationelle Abwechslungen auch gefreut – als stille Zuschauerin hinterm Fenster, was da wieder los war. Aber wie Sie richtig sagen – lauter brave Eisenbahnerfamilien, die froh waren, einigermaßen gut über die Runden zu kommen. Und manche waren froh, bei zunehmender Kinderschar in eine größere Altbauwohnung weiter stadteinwärts tauschen zu können…
            Und bei einer dieser Familien, welche dann in unserer Nähe wohnte, haben wir uns erkundigt, was damals in der Karwendelstraße „diesbezüglich“ eigentlich los gewesen sei – und sie wußte „Jaaa, das war jener…. und den hamms dann eh bei der Bahn aussigschmissn!“
            Die „Vorkommnisse“ werden halt gerade knapp vor dem Schreckensschrei meiner Mama in der TT berichtet worden sein, denke ich,

  1. Der Plan, Industriegleise vom Westbahnhof her bis zum Stubaitalbahnhof herüber zu ziehen, bestätigt die Vermutung, die Werner Schröter vom Tiroler Bahnarchiv und ich bereits auf Grund dieser Aufnahme aus 1922 hatten: https://postimg.cc/t1x0Q8X0
    Da steht vermutlich ein Hochbord-Güterwagen in der Wiese, Mitte links unten – leider nicht mit hunderprozentiger Sicherheit als solcher zu bestimmen, aber es sieht schon sehr danach aus. Würde mit dem Plan zusammenpassen.

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