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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Leserbrief Eines Radfahrers

Leserbrief eines Radfahrers

Winterliche Straßenverhältnisse stellen für viele Verkehrsteilnehmer, vor allem für Radfahrer und Fußgänger, eine Herausforderung dar. Schlecht geräumte Gehsteige, rutschige Fahrbahnen, aber auch Straßenbahnschienen erhöhen die Unfallgefahr deutlich.

Ein Leserbrief im Allgemeinen Tiroler Anzeiger vom 14. Jänner 1936 thematisierte diese Problematik folgendermaßen: „Jedesmal nach starkem oder auch leichtem Schneefall wer­den sämtliche Hauptstraßen der Stadt, insbesondere solche, in denen die Trambahn verkehrt, in der Fahrbahnbreite vom Schnee gesäubert. Das kommt auch dem Radfahrer sehr zunutze, denn er kann dann seine Wege per Rad zurücklegen, ohne Gefahr zu laufen, mit dem Vorderrad zwischen das Geleise zu kommen, was oft einen gefahrvollen Sturz nach sich ziehen kann. Diesem Uebel kann man aber trotz­dem noch in der Maximilianstraße begegnen. Diese Straße wird scheinbar nicht zu den Hauptstraßen gerechnet – ob­wohl in dieser wegen der Hauptpost ein reger Verkehr herrscht – und somit bei der Säuberung stiefmütterlich behandelt. Es stimmt, das Geleise der ehemaligen 5er-Linie Andreas-Hofer-Straße bis zum Hauptbahnhof ist für die Straßenbahn überflüssig geworden. Gerade diese Straße macht bei diesem Klatschwetter ein jämmerliches Bild. Fährt ein Auto schnell, so rette, wer sich retten kann, um nicht ein Spritzbad zu bekommen. Für den Radfahrer ist das über­schwemmte Geleise eine geradezu gefährliche Falle, besonders längs der Gefangenhausmauer, wo ein Doppelgeleise liegt. Möge die zuständige Stelle sich dieser so stiefmütterlich be­handelten Straße doch endlich annehmen und den Passan­ten – zu Fuß oder zu Rad – einen gangbaren und unge­fährlichen Weg zur Hauptpost, überhaupt durch die Maxmilianstraße bahnen lassen; sie würde auch dem Fremden­verkehr einen großen Dienst erweisen. Ein Radfahrer für viele.“

(Stadtarachiv Innsbruck, Ph-14694)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Im Winter hat der vernunftbegabte Durchschnitt noch in den 60ern das Fahrrad stehen gelassen. Oder man hat es in Gottesnamen an manchen Stellen geschoben. Und wenn es jemanden zum Gausdium der Augenzeugen, vorallem kindlicher, „gschmissen“ hat, war er so langsam, dass er sich nicht wehgetan hat. Schimpfen war aber erlaubt.
    Neben dieser sehr subjektiv klingenden Schilderung wundert es mich auch, wie man (nicht nur der Leserbriefschreiber) glaubt, bis auf den Boden des Völkerrechts reichende Ansprüche geltend machen zu können, dass alle Straßen blitzschnell schneefrei zu machen sind. Sancta simplicitas.

    Straßenbahnfans werden dem empörten Radfahrer danken, sieht man doch wieder einmal eines der beiden bei Schneelage zur Pflicht gerufenen Schienenfahrzeuge.

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