skip to Main Content
Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Innsbrucker Häuser – XVIII

Innsbrucker Häuser – XVIII

Jetzt bin ich schon wieder über so ein Haus-Portrait gestolpert, das man kennt, aber nicht zwingend sofort zuordnen kann. Himmel, wo war das gleich? Es ist halt auch nicht förderlich, dass es schon wieder ein Gebäude ist, an dem man in der Regel vorbeifährt. Und bei dem Verkehr kann der Pilot des Autos auch nicht immer aus dem Seitenfenster schauen.

Die Möbeltischlerei des Fritz Proksch wird auch nur mehr den Wenigsten geläufig sein. Vielleicht hat sein Vater (?) Emanuel Proksch, der hier ebenfalls als Tischler tätig war, die mächtigen Jugendstil-Kastenfenster fabriziert. Es ginge sich zeitlich noch aus. Er ist hier seit 1912 in den Adressbüchern zu finden. Es wäre eine fesche Visitkarte für einen Tischler.

Das Auffälligste an dem Gebäude sind die vier großen floralen Reliefs aus hellem Marmor. Diese haben die Zeiten überstanden und es gibt sie bis heute.

Sie wissen es vermutlich schon längst, wo wir uns heute befinden. Wahrscheinlich haben Sie hier in früheren Zeiten auch schon auf Ihre Pizza gewartet.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph-5217)

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Innrain, Ecke Rechengasse. Am Eck ist die „Prendipizza“. Der Sohn von Fritz Proksch, Gerhard Proksch, hat die Tischlerei noch bis vor ca. 15 Jahren im Erdgeschoss betrieben!

  2. Als Eigentümer ist in den 1910er bis 1930er Jahre eine „Werk= u. Robstoffgenossenschaft der Tischler Innsbrucks“ genannt, die die Wohnungen offenbar auch an ihre Mitglieder vermietet hat. MIttlerweile ist in dem Haus ein privates Studentenheim für Numerus-Clausus-Flüchtlinge untergebracht. Irgendwie symptomatisch für Innsbruck.

    Ich hoffe, ich hab den Kollegen Hirsch nicht wieder mit der Uhrzeit geschockt?

  3. Ich muss jetzt wirklich den Wecker stellen 😉 .
    Dort wird man vergeblich eine Pizza bestellen, das Brenn die Pizza ist das Haus daneben. Früher hat dort der Metzger Hafele eine Art Gasthaus betrieben.
    Heute ein Studentenwohnhaus FoX 54 study smart, live easy. Wahrscheinlich mehr teuer als smart und easy.

    Das FoX hab ich jetzt mangels Studienwohnraumbedarf vom Streetview abgeschrieben.

    Was mir dabei aufgefallen ist, das Haus ist ein Doppelhaus. Neugierig geworden, wo da einst die Tischlerei gewesen ist, als Kind bin ich nur an der Firmentafel vorbeimarschiert, hab ich die alten Luftbilder bemüht. Das Doppelhaus gibt es schon seit 1940, vermutlich noch viel länger, also sind die Fenster auf dem Foto die einzige Tageslichtquelle des vorderen Hauses. Wenigstens Sonne.
    Jetzt wühle ich mich durch die Festplatte auf der Suche nach einem alten Schrägluftbild.

  4. Noch eine kleine Nachlese: In dieser Gegend verlief einstens die Grenze zwischen Wilten und der Stadt.
    Den Grenzstein kann man vor oder nach der Pizza heute noch besichtigen, Er steht direkt vor einem Kellerfenster:
    https://www.google.at/maps/@47.2615852,11.3836539,3a,46.5y,282.95h,80.14t/data=!3m8!1e1!3m6!1siHoh1kG3dNWXxEYGvxKO5Q!2e0!5s20230301T000000!6shttps:%2F%2Fstreetviewpixels-pa.googleapis.com%2Fv1%2Fthumbnail%3Fcb_client%3Dmaps_sv.tactile%26w%3D900%26h%3D600%26pitch%3D9.859251818112284%26panoid%3DiHoh1kG3dNWXxEYGvxKO5Q%26yaw%3D282.945764186104!7i16384!8i8192?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDMzMC4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D

    An der Rechengasse verlief schlampig formuliert auch die Grenze zwischen Innrain und der Völserstraße, was nicht janz jenau ist. Das Haus mit der Tischlerei war, wie ein alter Stadtplan zeigt, gehörte die ganze alte Häuserzeile noch zum Innrain.
    https://hik.tirol.gv.at/?basemap=bm0&scale=2256.994353&centerx=1267221.8894524935&centery=5984788.63887403&centerspatial=102100&category=Detailkarten_georef&map=462

    Die Adressen dieser kleinen historischen Häuserzeile sind sowieso ein kleines Verwirrspiel. Die stark verwitterte und fast nicht mehr lesbare Hausnummerntafel zeigt eine Nummer 56, währen der FOX die Nummer 54 suggeriert. Laut offizieller städtischer Nummerierung ist das die heutige Nr. 54a., 56 ist das Nachbarhaus. Der frühere am Luftbild von 1970 noch erkennbare Endpunkt Nr. 60 wurde noch im selben Jahrzehnt vom Erweiterungsbau des Studentenhauses verschlungen.

  5. In der Rechengasse 5 (da waren wir auch schon) betrieb J. Mitterhofer eine Tischlerei. Vielleicht ein Stöcklgebäude oder eine gemeinsame Werkstätte? Im Adressbuch von 1908 findet sich „Mitterhofer Josef sen., Höttingergasse 17 und neben Innrain 52a“. Ebenfalls denkbar, dass die von Herrn Rangger erwähnte Werk- und Rohstoffgenossenschaft ihren Mitgliedern auch eine Werkstätte zur Verfügung gestellt hat.

Schreibe einen Kommentar zu Ingrid Stolz Antwort auf Kommentar entfernen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Back To Top
×Close search
Suche