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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
In Richards Müllerversum VI

In Richards Müllerversum VI

Fast hätte ich zu diesem Geschäft überhaupt nichts gefunden, das Kathi Huber hier in der Pradlerstraße 48 betrieben hat. Teilweise kann man ihr Tagesangbot entziffern, ganz oben Powidl, ganz unten Mehl.


Das Foto von Richard Müller ist undatiert. Wenn man – vor 100 Jahren genauso wie heute – nicht leicht auszukundschaften sein will, dann braucht man einen Nachnamen wie Huber. Müller, Gruber, und Mayer sind auch ganz gut geeignet. Weder im Internet noch in alten Quellen ist man über diesen Nachnamen leicht eruierbar. Auf den Innsbrucker Friedhöfen liegen dutzende Personen gleichen Namens. Im Adressbuch heißen spaltenweise Personen so, in der Heimatrolle kann man sie auch nur finden, wenn man 300 Familienkarten durchsucht.

Das Adressbuch erlaubt dann doch noch die Verknüpfung schwacher Informationen. In der Pradler Straße 48 hat tatsächlich 1921 (und nur in diesem Jahr) eine Kathi Huber ein Geschäft betrieben, in einem Haus, in dem in den Jahren zuvor ein Karl Huber ein Geschäft geführt hat. Das Haus stand erst seit etwa 1912 an dieser Stelle zwischen Defregger und Gumpp, erbaut von und stets im Eigentum der Familie Häusler geblieben.

Ein wenig mehr Informations-Substrat gab es dann über die Zeitungen. Zum Glück blieb Kathi Huber konsequent bei der Abkürzung ihres Vornamens. So verabschiedete sie sich 1923 mit Inseraten in mehreren Tageszeitungen als Händlerin und wünscht ihrem Nachfolger, Josef Häusler Junior, alles Gute für den Weiterbetrieb des Geschäfts. Sie bezeichnet sich darin als langjährige Geschäftsführerin; ob sie nun die Gattin oder die Tochter des Karl Huber gewesen ist, war nicht herauszufinden.


Zwei Wochen vorher hatte eine Modistin Kathi Huber in der Körnerstraße 9 eine Hilfskraft gesucht, das dürfte aus dem Forscherbauch heraus unsere Kathi sein, die hier noch einige Jahre Hüte schneiderte und verkaufte, auch weil danach in der Pradlerstraße 48 keine Hubers mehr wohnten.

(RM-PL-3840)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Dieses Haus erhielt beim Luftangriff vom 16.11.1944 einen Bombenvolltreffer und wurde erst 1955 wieder aufgebaut
    (laut Svehla „Als in Innsbruck die Sirenen heulten“)

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