Im Norden von Vill erhebt sich majestätisch die Burg Straßfried
Oder auch nicht … mehr.
Noch heute ist der sich hier erhebende, bewaldete Hügel unter dem Flurnamen „Burg“ bekannt. Dieser Name stammt von der mittelalterlichen Burg Straßfried, die an der Grenze zwischen Vill und Wilten stand. Sie wurde erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1251 erwähnt.
Mit dem Aussterben der Familie Helblinge im 15. Jahrhundert, die seit 1312 den Titel „von Straßfried“ innehatten, begann die Burg zu verfallen. Bei Grabungen im Jahr 1922 wurden noch Mauern der Burg freigelegt. Das letzte erhaltene Gebäude der Anlage – die untere Mühle, die seit 1387 urkundlich nachgewiesen ist – besteht bis heute.
Jedoch existiert auch der der Ansitz „Straßfried“ nach wie vor noch. Dieser wurde 1579 auf das Wohnhaus der Familie von Freising in der Leopoldstraße 53 in Wilten übertragen.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-8180)
Sehr interessant. Ist von den 1922 gefundenen Mauern noch etwas zu sehen?
Meines Wissens nach leider nicht.
doch, siehe meinen Kommentar > https://innsbruck-erinnert.at/die-ruine-sonnenburg/
Dann nehme ich alles zurück. Vielen Dank
In ihrem älteren Kommentar ist doch das Retterschlössl an der Ferrariwiese zu sehen?
Straßfried wäre am Ortsanfang von Vill.
Oder ist es dasselbe?
Vor zehn Jahren waren Archäolog:innen dort und die Ausgrabungen von 1922 sind im Boden erhalten geblieben. Sehr interessant, danke!
Zur Zeit der Grabungen (2016) hatte ich einmal etwas darüber zusammengestellt: https://paschberg.blogspot.com/2016/05/strafried-wandert-man-den.html
2015 hab ich dort „ein paar Steine“ fotografiert, vermutlich Originalteile der Burg.
https://postimg.cc/qzy49f8K
https://postimg.cc/SjVvRgmJ
https://postimg.cc/K3YQtyxW
Damals stand dort noch ein solides Haus im Landhausstil, welches auf den LB-Fotos vor 2016 zu sehen ist.
https://postimg.cc/Jy1Xs5rm
Auf dem zitierten LB von 2016 sieht man eher den sich schon 2015 abzeichnenden Abriß des Hauses, keine Ausgrabungen.(?)
Und das war die Aussicht der Ritter:
https://postimg.cc/fVMyCW6L
ja, am Luftbild 2016 sieht man das bereits abgerissene Haus und die Planen der abgedeckten Grabung.
Hier ein Drohnenfoto der Grabungsfirma mit den archäologischen Befunden (leider schlechte Qualität; publiziert in FÖ 55, 2016) > https://postimg.cc/QHZ2Xd1N
Danke Frau Pöll, Als Laie wundere ich mich immer, wie scharf umrissen solch alte Baureste erhalten geblieben sind. Geschalte Betonfundamente sind nicht präziser gebaut.
Das solide Haus im Landhausstil war Vill 37 und gehörte dem Kohlenhändler Kritzinger. Eingemietet wohnte dort eine Frau Putz. Das Haus hat später der Sportreporter Bertl Neumann gekauft.
Der Hochspannungsmast ist noch ohne Isolatoren, was mich das Foto zwischen 1965 und 1970 verorten lässt. Wir Buben sind hoch auf den noch unbespannten Mast gestiegen (Beim Drandenken wird mir heute nachträglich schlecht.)
Das Haus zwischen Straße und Bach (Untere oder Burgmühle) haben in den 50er-Jahren Georg und Theresia Schösser aus dem Zillertal gekauft und eine Landwirtschaft betrieben. Der Hang wurde ausschließlich mit der Sense gemäht. Sämtliches Gras und Heu musste in einer großen Plane (Fastel) von den bis zum Dorf hinaufreichenden Hängen auf dem Kopf nach Hause getragen werden.
Nach dem Tod der Tochter und ihres Sohnes lebt niemand mehr aus der Familie.