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Glückliches Neujahr Von Den Innsbrucker Laternenanzündern

Glückliches Neujahr von den Innsbrucker Laternenanzündern

Mit der Erfindung des Gaslichts Anfang des 19. Jahrhunderts entstand ein neuer Beruf: der Laternenanzünder.
Seine Aufgabe bestand darin bei einbrechender Dunkelheit mittels einen über 2 Meter langen Bambusstange beziehungsweise auf Leitern stehend die öffentlichen Gaslaternen zu entzünden und am Morgen auszulöschen. Meistens wurde in zweier und dreier Teams gearbeitet. Der Beruf war nicht ungefährlich. Es kam immer wieder zu Unfällen und Gewaltdelikten. In der Nacht vom 8. auf den 9. Dezember 1904 wurden die Innsbrucker Laternenanzünder Sebastian Saurwein und Bock tätlich angegriffen.
Durch den Siegeszug der Glühbirne Ende des 19. Jahrhunderts starb der Beruf Laternenanzünder beinahe aus. In manchen Städten wie Berlin, London und Prag „überlebte“ er beziehungsweise wurde er wiederbelebt.

Der Laternenanzünder kommt immer wieder in der Literatur vor.
Im Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry spielt er eine wichtige Rolle.
Der fünfte Planet war auch sehr sonderbar. Es war der kleinste Planet von allen. Er hatte gerade genug Platz für eine Straßenlaterne und für einen Laternenanzünder. Der kleine Prinz konnte sich gar nicht erklären, wozu man irgendwo im Himmel, auf einem Planeten ohne einem Haus und sogar ohne Bevölkerung eine Straßenlaterne und einen Laternenanzünder benötigt. Doch er dachte sich: „Vielleicht ist dieser Mann verrückt. Er wäre jedoch weniger verrückt als der König, der Eitle, der Geschäftsmann und der Säufer. Seine Arbeit jedenfalls macht Sinn. Wenn er seine Laterne anzündet, ist es, als ob er einen neuen Stern erschafft, oder eine Blume. Wenn er seine Laterne löscht, wiegt er Blume oder Stern in den Schlaf. Das ist ein schöner Beruf. Das ist wirklich sehr nützlich, weil es schön ist.“

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Sammlung Hochenegg, 04.02.15-26, um 1860)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Mich würde interessieren, warum es immer wieder zuu Gewaltdeliketen gegenüber den Anzündern gekommen ist. Ich hätte gedacht, dass diese Arbeit gar nicht laut war und niemand was dagegen hatte, nicht mehr durch die absolute Dunkelheit stolpern zu müssen?

    1. Lieber Herr Engelbrecht, Entschuldigung, dass meine Antwort so lange gedauert hat. Nachdem die Laternenanzünder in der Nacht gearbeitet haben, trafen sie immer wieder auch auf angetrunkene Männer, die vom Gasthaus auf dem Heimweg waren. Manchmal kam es zu Handgreiflichkeiten.

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