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Es Gibt Viele Wege Zum Zentralfriedhof Teil I

Es gibt viele Wege zum Zentralfriedhof Teil I

Die Überschrift ist einem Zitat von Siegmund Freud entnommen, welches in voller Länge wie folgt lautet: „Das Leben ist bekanntlich sehr schwierig und sehr kompliziert, und es gibt viele Wege zum Zentralfriedhof […]“. Freud meinte hier mit Zentralfriedhof zweifelsohne die bekannte Totenstätte in Wien, und doch passt dieses Zitat wie kein Zweites zu einer weitgehend unbekannten Episode in der Innsbrucker Geschichte – der komplizierten und langen Planung des letztlich nie realisierten Innsbrucker Zentralfriedhofes.

Innsbruck war in der ersten Hälfte des 19. Jh. beträchtlich gewachsen. Durch die Eingemeindungen und den Zuzug der Südtiroler Optanten stieg die Bevölkerungszahl nach dem Anschluss nochmals signifikant. Dadurch wurden selbst die relativ großen Friedhöfe im Westen und Osten der Stadt langsam zu klein. Die NS-Administration und allen voran der Oberbürgermeister Egon Denz fassten deshalb eine umfassende Lösung für dieses Problem ins Auge – den Neubau eines großen Friedhofes an den Stadtgrenzen bei gleichzeitiger Auflösung aller bestehenden Friedhöfe.

Anfang der 1940er Jahre begann die Stadt Innsbruck mit der Planung und hatte auch gleich einen passenden Standort im Auge – das Osterfeld bei Egerdach. Insgesamt 160.000 m2 sollten das Friedhofsgelände umfassen. Das projektierte Areal, auf dem Plan im Titelbild rot umrandet, umfasste im Ganzen 58 Grundparzellen mit 38 verschiedenen Eigentümern. Neben dem Grasland nördlich der Straße wurde auch ein großer Teil des Waldes südlich der Straße miteingeplant.

Auf dem Foto aus den 1930er Jahren sieht man besagtes Areal mit dem Amraser See im Vordergrund und im Hintergrund oberhalb der Böschung das besagte Osterfeld. Hinter dem Wiesestück ist auch der im Plan miteigebundene Wald zu sehen. Am hinteren rechten Rand erhebt sich das Schloss Amras über dem Talboden.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, IV-2416/S/1947, Ph-Pl-749)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Ist schon lustig, eine derart periphere Anlage das Prädikat zentral zu verleihen.

    Man auch die Umgebung von Kranebitten als möglichen Standort überlegt. Das habe ich in einer autobiografischen Veröffentlichung des Geologen Raimund von Klebelsberg gelesen, den man für eine Expertise für einen solchen Friedhof herangezogen hat.

    Die Platznot scheint inzwischen wegen der zunehmenden Urnenbestattung vorbei zu sein. Jetzt findet man am Westfriedhof viele grasüberwachsene Lücken zwischen den immer weniger werdenden Erdgräbern. Meiner Eltern Grab liegt jetzt bald schon mitten in einer Wiese. Auch am verhältnismäßig kleinen Wiltener Friedhof wäre noch Platz, und in Pradl wird es nicht anders sein.

    Immerhin sehen wir ein schönes Foto der Egerdacher Umgebung. Aufgrund des Winkels und der Entfernung zum Ambraser Schloß geht sich der Amraser See als Motiv im Vordergrund niemals aus. Es muß sich wirklich um eine der von Herrn Roilo erwähnten Au Lacken handeln.

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