skip to Main Content
Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Erinnerung An Die Brennerbahn – Ein Kleines Rätsel Zwischendurch

Erinnerung an die Brennerbahn – Ein kleines Rätsel zwischendurch

Aufnahmen von den Bauarbeiten der Brennerbahn sind in unserer Sammlung leider nur selten zu finden. Umso spannender ist es, wenn doch einmal ein entsprechendes Bild auftaucht. Im Zuge unserer Recherchen rund um Matrei am Brenner ist uns kürzlich eine interessante Aufnahme begegnet, die in unserem Archiv den Titel „Brennerbahn. Schüttdamm bei Matrei“ trägt.

Beim genaueren Betrachten wirft das Foto allerdings einige Fragen auf. Die dargestellte Szenerie lässt sich nicht ohne Weiteres einordnen, und es fällt schwer, den genauen Aufnahmeort zu bestimmen. Wo genau bei Matrei könnte dieses Bild entstanden sein?

Auch die auf dem Foto sichtbare Konstruktion gibt Rätsel auf. Handelt es sich tatsächlich, wie die Beschriftung nahelegt, um einen Schüttdamm? Oder könnte es sich bei der „Brückenkonstruktion“ um eine andere bauliche Lösung aus der Zeit des Bahnbaus handeln?

Vielleicht erkennt jemand aus der eisenbahnkundigen Community Details, die weiterhelfen können. Hinweise zum möglichen Aufnahmeort und zur Funktionsweise würden uns sehr interessieren. Wir freuen uns selbstredend über jede Idee, die zur Lösung dieses kleinen Rätsels beitragen kann.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-23984)

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Also ich stelle mir das so vor: Das ist keine Brücke sondern eine temporäre Gerüstkonstruktion aus Holz. Oben sind Schienen und Rampen/Rutschen um Material in die Tiefe zu schütten. Möglicherweise wird der Hügel teilweise abgebaut (gerodet ist er ja schon) und mit dem Material das kleine Tälchen aufgeschüttet um keine Brücke bauen zu müssen, sondern den erwähnten Schüttdamm.
    Der Hügel erinnert mich an den Gschleirsbühel bei Matrei-Mühlbachl. Eine bronzezeitiliche Fundstelle – der Gschleirsbühel wurde aber erst mein Autobahnbau zerstört (ähnlich Sonnenburger Hügel).
    Vielleicht findet man den Schüttdamm am Laserscan?

  2. Für den Damm nördlich des Tunnels vom Schloss Trautson benötigte man das Gerüst um danach den Damm aufzuschütten. Zuerst musste ein Tunnel in Trockenbauweise für die Sill gebaut werden. Dann wurde dieses Holzgerüst errichtet und somit konnte das Schüttmaterial von den Loren hinabgeworfen werden.
    Für solche Gerüste wurde fast das gesamte Tal abgeholzt, auf Bilder von Unterberg erkennt man keinen Baum mehr. Dazu wurden noch viele Steinbrüche errichtet, heutzutage kaum mehr vorstellbar.
    Der Fotograf stand nahe der Einmündung des Pfoner Baches in die Sill, Blick zum Schlossberg, Ziegelstadl. Reste des Gerüst sind sicher noch im Damm verblieben.

  3. Es handelt sich um den aufgeschütteten Bahndamm nördlich vom Schloß Trautson in Matrei. Ein ähnlicher Bahndamm wurde am Brennersee zur Überquerung des Venntals und in St Jodok zur Überquerung des Valser Tales gebaut

  4. Zum Silltunnel (Westportal) erheischt man nur einen kurzen Blick am Weg zum Zieglstadl. Ich habe mal versucht dorthin durchs Gelände https://www.openstreetmap.org/way/1182768643 auf einer Steigspur vorzudringen, und wäre beinahe mit Pfeil und Bogen erlegt worden, denn entlang des Bahndamms verläuft nun ein Bogenschussparcours – was man aber nicht erfährt, wenn man querfeldein durch Gestrüpp rutnerstolpert.
    der Hügel der einst für den Damm teilweise abgebaut wurde ist jener, auf dem sich heute die Pauluskapelle befindet.

  5. Super, ich dachte schon ich bin die Einzige mit überbordender Neugier. Wollte schon nach Matrei fahren, doch dann kam der Schnee…

  6. Diese halsbrecherischen Robin Hood Steigelen kenn ich auch, allerdings als distanzierter Beobachter von der Hängebrücke aus. Mutig mutig, Herr Schönherr.

    Anläßlich einer kleinen Feier auf Schloß Trautson vor ein paar Jahren erfuhr ich von weiteren schon lange verschwundenen Burganlagen auf den umliegenden Hügeln. Die Namen Burg Raspenbühel und Burg Vogelbühel hab ich jetzt nachgoogeln müssen, es gibt auch eine Abbildung https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/8d/Matrei-1.jpg/960px-Matrei-1.jpg
    die den Hügel dieses Beitrags als jenen der Burg Vogelbühel nahelegt, zumindest optisch mit dem charakteristischen Plateau. Fragezeichen.

    Kleines Nebenbei: Bei der erwähnten Führung erwähnte man auch, dass nach dem Bombenangriff auf Matrei vom Schlosss Trautson anfänglich vor allem vom Turm noch mehr Substanz übrig geblieben ist. Die Steine und Ziegel konnte man aber für den Wiederaufbau der Häuser besser verwenden.

Schreibe einen Kommentar zu Helmut Gassebner Antwort auf Kommentar entfernen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Back To Top
×Close search
Suche