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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Eine Rettungsabteilung Für Mutters

Eine Rettungsabteilung für Mutters

Die Geschichten des Feuerwehr- und Rettungswesens sind eng miteinander verbunden. Bis ins Jahr 1925 waren innerhalb der Tiroler Feuerwehren zahlreiche Sanitäts- bzw. Rettungsabteilungen zur Aufstellung gelangt. So etwa in Fulpmes, Innsbruck, Landeck, Schwaz und Telfs. Auch Mutters folgte diesem Beispiel. 17 Jahre nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Mutters (März 1895) wurde am 16. Mai 1912 im Rahmen einer Vollversammlung im Gasthaus Stauder die Rettungsabteilung aus der Taufe gehoben:

Nach Verlesung des Aufrufes von seiten des Deutsch-Tirolischen Samariterlandesverbandes und einigen praktischen Erklärungen darüber, wurde der Statutenentwurf verlesen. Derselbe wurde angenommen und es werden nun die wei­teren Schritte darüber eingeleitet werden. Auch zeigten die Leute schon das größte Interesse da­für, so daß sich nicht weniger als 16 Mann in den Dienst der guten Sache gestellt haben. Wir wol­len hoffen, daß dieser nützliche und praktische Verein recht aufblühen möge zum Wohle der Mensch­heit. (ATA v. 20.5.1912, S. 4)

Bereits im Juli 1912 fand das Gründungsfest statt (vermutlich entstand bei dieser Gelegenheit auch unser Titelfoto). Wenige Monate später berichteten die Innsbrucker Nachrichten über einen der ersten Einsätze der Mutterer Rettungsabteilung:

Bei einer Nachtübung am Mutterer Gelände ist gestern ein Feldjäger beim Uebersetzen eines Grabens ge­stürzt und hat eine schwere Verletzung im rechten Sprunggelenke erlitten. Die freiw. Rettungsab­teilung Mutters lieferte den Verunglückten nach Anlegung eines Schienenverbandes mit dem Schlitten herab bis der Rettungswagen von Innsbruck entgegenkam. (IN v. 19.12.1912, S. 4)

Aufgrund des Beschlusses des Landesfeuerwehrtages 1925, dass Feuerwehr und Rettung zukünftig getrennte Wege gehen sollten, wurde auch die Rettungsabteilung der FF Mutters neu organisiert. Darüber berichtete der Tiroler Anzeiger am 24. November 1926 wie folgt:

Neuorganisierung des Rettungswesens in Mutters und Natters. Die im Jahre 1912 gegründete Rettungsabteilung vom Roten Kreuz der Freiw. Feuer­wehr Mutters ist nun wieder neu ins Leben getreten und hat ihre praktische Tätigkeit aufgenommen. Dank des großen Entgegenkommens des hier auf Urlaub weilenden Herr Dr. Herbert Ketzler ist es gelungen, einen allgemeinen Sanitätskurs zu veranstalten, wel­cher sehr gut besucht war. Obwohl der Kurs allgemein zugänglich und kein Besucher an irgend eine Leistung hiefür gebunden war haben sich erfreulicherweise alle beim letzten Vortragsabend anwesenden Teilnehmer aus Mutters und Natters zur freiwilligen Hilfeleistung bzw. zum Beitritt zur Rettungsabteilung gemel­det. Durch diese zahlreiche Mitwirkung ist es ermög­licht worden, den öffentlichen Rettungsdienst wiederum aufzunehmen und durchzuführen. Der vorhandene Vorrat an Sanitätsmaterial wurde ergänzt und jedes Mitglied mit den notwendigen Hilfsmitteln ausge­rüstet, um jederzeit und rasch in Tätigkeit treten zu können. Nach mehreren, dem ärztlichen Kurs nachfol­genden Wiederholungsabenden wurden die einzelnen Mitglieder einer Prüfung unterzogen. Gemeindearzt Dr. Erich Hirsch hat sich bereitwilligst in den Dienst der guten Sache gestellt und die Prüfung vorgenom­men, welche zu dessen Zufriedenheit ausfiel. Die Sa­mariter werden nun bestrebt sein, in treuer Pflichter­füllung den hilfsbedürftigen Mitmenschen beizustehen, stets eingedenk des schönen Samariterwahlfpruches:„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“

(StAI, Slg. Sommer)

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