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Ein Ortsname Mit Stacheln

Ein Ortsname mit Stacheln

Es gibt mehrere unterschiedlichste Herleitungsversuche für den Ortsnamen Igls.

Laut Wikipedia kommt der Name aus dem 8. Jahrhundert, abgeleitet vom Heiligen Ägidius, Abt des Klosters Saint Gilles in Südfrankreich. Er ist der Patron der Pfarre Igls. Eine weitere Deutungsmöglichkeit ist die Benennung aus dem 11. Jahrhundert nach Vogt Eigilis vom Kloster Tegernsee, das Besitztümer im Ort hatte. Auch das lateinische Wort ecclesia für Kirche aus der Römerzeit wird als mögliche Variante angegeben.
Der ehemalige Stadtarchivdirektor Dr. Franz Heinz Hye hat den Ortsnamen Igls noch früher, nämlich auf vorrömischer bzw. illyrischen Ursprungs datiert.

Ausführlichst hat sich Ludwig Freiherr von Hohenbühel im Jahr 1881 mit den Ortsnamen Igls auseinandergesetzt. Er verwendet Igels mit „e“, wie es in der ältesten Originalurkunde aus dem Jahre 1358 auch geschrieben wurde und folgte damit zugleich unter anderem der Schreibweise des Kartografen Mathias Burgklehner, der Topographen Zoller und Tinkhauser.
In 15 Seiten beschäftigt er sich mit acht verschiedenen Deutungen und widerlegt sie alle. Unter anderem, dass der Name Igel von einem stacheligen Tier stammt:

(Ludwig Freiherrn von Hohenbühel, Untersuchungen über den tirolischen Ortsnamen Igels, Innsbruck 1881)


Hohenbühel selbst leitet den Namen Igels „zwischen oder an den Bühlen“ (Hügeln) her.

Seit 1996 gibt es ein Stadtteilwappen von Igls und dort ist der Igel nun zu finden.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Sammlung Sommer Sommer-2-360. Die Postkarte ist als Abziehbild konzipiert.)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Im Text findet sich der Hinweis auf eine „älteste Originalurkunde aus dem Jahre 1358“. In der Tat gibt es einige noch frühere Urkunden, sodass jene Urkunde von 1358 wohl nicht die älteste Erwähnung des Namens Igls sein dürfte.

    Zum Beispiel findet sich im Stiftsarchiv Wilten eine Urkunde von 1302, in welcher bereits ein Gut „ze Igels“ erwähnt wird. Ein Bild dieser Urkunde sowie weiterer von 1307, 1323 und 1328 finden sich im virtuellen Urkundenarchiv Monasterium.net:
    https://www.monasterium.net/mom/search?q=IGLS&option=and&img=&annotations=&sort=date&categories=&context=

  2. Als Igls noch eine eigene Gemeinde war, gab es um 1920 herum ein Amtssiegel mit einem redenden Wappen. Dieses Wappen als Vorläufer des heutigen Stadtteilwappens zeigte:
    „Im Hintergründe die zwei Bergriesen, den stolzen Habicht und die wildge-
    zackte Serlesspitze, im Vordergründe 3 Hügel und mehrere Tannen, deren Duft die Höhenluft in Igls so köstlich würzt.“
    Einen interessanter Beitrag zum Wappen und zur Etymologie von Igls aus der Feder des Heimatforschers Granichstaedten-Czerva findet sich im Tiroler Anzeiger von 1927:
    https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tan&datum=19270820&query=%22igls+name%22~10&ref=anno-search&seite=8

    Demnach sei der Name Igls aus „(inter) monticulos“, d. h. „zwischen den Hügeln“ durch Abstoßung der Anfangs- und Endsilben entstanden.

  3. Nach dem Wappen zu schließen, hat Igls irgendwas mit einer illyrischen Kreissäge zu tun. Rhätisch I gels = ich schneide. Zumindest gleich wissenschaftlich als das in meinen Augen dem wissenschaftlichen Zeittotschlagen geschuldete beweisfreie Herumgerate.

    In 900 Jahren wird einer herausfinden, daß Julio Iglesias im Sporthotel abgestiegen war. Bingo! Das hat schon der illydische Schamane prophezeit.

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