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Der Riesenzirkus Gleich Gastiert In Innsbruck

Der Riesenzirkus Gleich gastiert in Innsbruck

Die Blütezeit der großen europäischen Wanderzirkusse lag im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Einer davon war der Zirkus Gleich, der 1919 von Julius Gleich und seiner Frau Karola gegründet wurde. Vor seiner Karriere als Zirkusdirektor arbeitete Julius Gleich als Kapellmeister im tschechischen Zirkus Kludsky und im deutschen Zirkus Blumenfeld. Karola Gleich entstammte der großen Schweizer Zirkusdynastie Häni. In den 1920er und 1930 Jahre war der Zirkus Gleich einer der größten in Europa, schlitterte aber 1935 in den Bankrott.

Vom 14. bis zum 18. August 1925 gastierte der Zirkus Gleich in Innsbruck in der Salurner-Straße. Der Fotograf Friedrich Nickel fertigte in dieser Zeit das Titelbild – eine Stereofotografie – an.

Berühmt war der Zirkus unter anderem für die große Anzahl exotischer Tiere, die er mit sich führte: Dazu gehörten Seelöwen, Löwenäffchen, Bären, Leoparden, Löwen, Wölfe, Elefanten, Dromedare, Kamele, Büffel, Riesenschlangen und viele mehr.

Werbung war auch in den damaligen Zeiten sehr wichtig, und so kündigte der Innsbrucker Anzeiger vom 14. August 1925 eines der Highlights dieses Gastspiels groß an : „Ein Innsbrucker Herr im Löwenkäfig. Heute Freitag, findet im Riesenzirkus Gleich ein Sensationsabend statt. Herr A. Neßlinger, Leopoldstraße Nr. 16 wohnhaft, wird infolge einer Wette, während der Vorführung der wilden Berber-Löwen, durch den Dompteur Heinz Henry des Riesenzirkus Gleich den Löwenkäfig betreten und mit ihm eine Flasche Wein trinken.“

(Stadtarchiv Innsbruck, KR-PL-K-417)

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Wir mühen uns mit ganzer Seele,
    zu unterscheiden die Kamele,
    und sind uns nie darüber klar:
    Was ist Kamel? Was Dromedar?
    Und welche Rolle spielt denn hier
    das so genannte Trampeltier?
    Wir lesen’s nach in dicken Schmökern
    Das, was herumläuft mit zwei Höckern,
    In Asien, fern, bei den Chinesen,
    das ist ein trampeltierisch Wesen.
    Doch was verhältnismäßiig nah,
    einhöckrig lebt in Afrika,
    Das wird ein Dromedar genannt.
    Gleichwohl sind sie ganz nah verwandt,
    Was sie auch, höckrig, unterscheide,
    Kamele sind sie alle beide…. (Eugen Roth)

  2. Dieser Zirkus wurde am damaligen Bismarckplatz aufgebaut, der Standpunkt des Fotographen war also in der Mitte der Maria Theresienstraße nördlich der Triumphpforte Blickrichtung Salurnerstraße. Das IKB Hochhaus wurde erst 1926 – 1928 erbaut.

    Diesen Mast in der Mitte sieht man auch im Beitrag http://innsbruck-erinnert.at/vor-90-jahren/ – wo gerade die Insel umgebaut wird.

    Interessant sind auch die beiden Tafeln am Mast: Die unter Tafel „Haltestelle der Straßenbahn“ sieht man besser am Foto des obengenannten Beitrages. Die obere ist die Straßentafel der Salurnerstraße – eine „Südtirolertafel“! Sie wurde, wenn ich richtig liege, 1923 mit der Neubenennung von Straßen und Plätzen nach den Südtiroler Bezirksstädten angebracht

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