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Blinde Flecken Am Bahnhofsareal?

Blinde Flecken am Bahnhofsareal?

Zentrales Thema des Bildes ist der Vereinigungsbrunnen. Dieser wurde anlässlich der Vereinigung von Pradl und Wilten mit Innsbruck im Jahre 1906 errichtet. Das Foto datiert auf das Jahr 1939, muss also kurz vor dessen Abriss im selben Jahr entstanden sein. Der Ort des Geschehens, das Gelände des Innsbrucker Hauptbahnhofes. Über den Brunnen an sich wurde jedoch schon einiges recherchiert und geschrieben. Die Häuserreihe im Hintergrund ist es, welche unser Interesse schürt, zeigt sie doch – soweit der Schriftzug zu entziffern ist – das Hotel Victoria. Soweit so gut und bislang keine aufregende Erkenntnis. Bei weiteren Recherchen unsererseits, ob es sich bei dem Objekt wirklich um ein Hotel mit dem Namen Victoria handelte, stießen wir auf Informationen, welche ein Hotel mit selbigen Namen in Freiburg beschrieb. Nichts Ungewöhnliches möchte man meinen, da es wohl unzählige Hotels mit dem Namen Victoria weltweit gibt. Bei genauer Recherche des Freiburger Hotels geriet der Erbauer des Hotels in den Fokus unseres Interesses. So wurde das Freiburger Objekt im Jahre 1870 anlässlich einer in nächster Nähe gelegenen Streckenlegung der Eisenbahn, von Herrn Zimmerman gebaut. Nun sollte der/die Ein oder Andere LeserIn, bei genauer Betrachtung unseres Bildes, bereits hellhörig werden. Zufall oder nicht? Auch in Innsbruck befand sich laut diesem Foto aus dem Jahre 1939 ein Hotel Victoria nahe einer wichtigen Eisenbahnverbindung. Links davon, direkt angrenzend am Nebengebäude ist ein Name in Großbuchstaben zu lesen: Zimmermann.

Was meinen Sie, liebe Leser und Leserinnen. Ein überregionales Bauimperium, ein Trugschluss der schlechten Bildauflösung geschuldet, oder ein Fall für die X-Akten? Wenn Sie weitere Informationen haben, wir würden uns freuen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph-Dig-1242-14-3, 1939)

Autor: Brand Lucas

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare
  1. Zur Eröffnung 1906 waren das who is who der Innsbrucker Straßen Paten versammelt:
    Sektionschef Dr. v. An der Lan Sparkassendirektor Dr. Falk, Bürgermeister Wilhelm Greil Erzherzog Eugen
    Dr. Erler
    und last but not least der edle Spender Johann von Sieberer

  2. Ich weiß zwar nicht, warum ich immer für ein Berufsarchiv nachblättern soll, aber wenn wir schon online Adressbücher haben, läßt sich an dieser Stelle ein Weinhändler Zimmermann finden. Nach dem Krieg hat ein gewisser Zimmermann seine Memoiren zum Bombenkrieg in Buchform herausgebracht, seinen Beschreibungen nach muß er in diesem, dann den Bomben zum Opfer gefallenen, Haus am Bahnhofplatz gewohnt haben. Dunkle Kanäle globaler Baumafia sehe ich jetzt hinter diesem Allerweltsnamen keine.
    Dem Hotel Viktoria war auch kein Glück beschieden, auch dieses wurde von Bomben zerstört, nachdem ihm schon in den Dreißigern einmal ein Kleinflugzeug aufs Dach gefallen war.
    Das Auto war ein Steyr.

  3. Da wir schon bei den verschwundenen Brunnen sind, möchte ich die User Gemeinde fragen, ob wer Infos über den Verbleib von dem schönen Brunnen am Sprakassenplatz hat? Das ist der mit den Harfenistinen. Die Harfensaiten waren aus Wasser.
    Vermutlich Verrottet er wo in einem Lager der IKB.

      1. Bezüglich des Verbleibes des Harfenbrunnens muss der zitierte Beitrag korrigiert werden: der Wohnort des Künstlers Jos Pirkner ist nicht in Lienz, sondern in Tristach (eigenständige Gemeinde).

  4. Der Name Victoria hat wohl noch einige Zeit überlebt als Bezeichnung für eine Art Bar, die, wenn ich mich recht erinnere, Victoria Stüberl hieß.

    1. Das Victoriastüberl in der Raifeisenpassage gibt es heute noch. Auffangstation für ein bestimmtes Klientel………….

      1. Heißt seit Neuestem Semo Bar. Ob die Kundschaft noch die selbe ist, weiß ich leider nicht. Das Viktoria war laut alten Telefonbüchern mindestens 50 Jahre existent, wahrscheinlich seit Bestehen des Neubaus.

  5. Ja, vermutlich haben Sie recht.
    Dass allerdings im Haus mit der Aufschrift Jos. Zimmermann tatsächlich ein Herr Zimmermann wohnte erstaunt jetzt allerdings weniger. Ob die Vorfahren des Weinhändlers nicht doch über dunkle Kanäle mit Freiburg verbunden waren, bleibt damit weiter im Dunkel der Geschichte.

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