Eine präsidiale Stippvisite …
… die so kurz war, dass sie nicht einmal der Redaktion des Amtsblattes eine Notiz wert war, kommt auch nicht alle Tage vor. Immerhin waren aber die KollegInnen vom städtischen Pressereferat zum Flughafen geeilt, um ein paar Fotos zu knipsen. Wir schreiben den 13. April 2002. Bill Clinton, der 42. Präsident der Vereinigten Staaten, ist seit einem guten Jahr Privatier und verdient sein Geld nun (auch) mit Vorträgen. In diesem Fall hatten ihn zwei Touristiker nach Ischgl eingeladen, um bei einem „Jugendforum“ als Gastredner aufzutreten.
Von New York reiste Clinton im Privatjet nach Innsbruck, wo er am Flughafen bereits vom Bürgermeister erwartet wurde. Viel Zeit blieb den beiden allerdings nicht. Nachdem sich der Ex-Präsident in Begleitung von Van Staa etwas die Beine vertreten hatte, ging es für ihn per Hubschrauber auf die Idalpe …

Ob das Kalkül der Touristiker aufgegangen ist, sei dahingestellt. Irene Heisz kommentierte Clintons Auftritt in der TT jedenfalls mit spitzer Feder: „Auch mühte er [Bill Clinton] sich redlich zu beweisen, dass er wusste, wo er war, und lobte artig die ‚prächtige‘ Umgebung. Dass er sich auf eine Rede zur Weltlage natürlich keine Minute lang vorzubereiten braucht und die nämlichen Ausführungen garantiert alle paar Tage unwesentlich variiert irgendwo auf dem Erdball zu Gehör bringt, ist ein anderes Kapitel. Es war viel Berg und wenig Botschaft bei dieser ersten Ausgabe von ‚Message from the mountains‘ auf der Idalpe – und Jugend schon überhaupt keine.“ (Irene Heisz: Viel Berg, wenig Botschaft und nasskalte Füße, in: Tiroler Tageszeitung, 15.04.2002, 9)