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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Gasthaus Neuhaus

Gasthaus Neuhaus

Haben Sie je vom Gasthaus Neuhaus gehört? Nein? Kein Wunder. Dieses Lokal gibt es schon ewig nicht mehr. Ein Bombentreffer hat dem Lokal in der Leopoldstraße 42 ein jähes Ende bereitet. Doch zurück zu den frühen Anfängen. Diese gehen angeblich schon auf das Jahr 1726 zurück, als hier anstelle des „Prangers Söllehen“ das Gasthaus Neuhaus errichtet wurde.

Die Übertragung der Wirtsgerechtsame vom Wiltener Leuthaus auf das Gasthaus Neuhaus erfolgte bereits 1731. Um 1900 wird Ernst Kohlegger neuer Eigentümer. Kurz darauf verstirbt er und seine Witwe führt den Betrieb weiter. Darauf folgt der gemeinsame Sohne Ernst Kohlegger jun. [Alle diese Angaben habe ich aus dem Buch von Peter Walder-Gottsbacher gestohlen.]

Die Liste der letzten Pächter liest sich so: 1924 – Franz Arquin; 1925 – 1934: Marie Kreiner; 1935: Hermann Wenter; 1936: Filomena Zemmer; 1937: Peter Manzl, 1938 – 1939: Johann Ortner.

Das Gasthaus bot neben dem Gastbetrieb auch Fremdenzimmer. Das Gebäude ist verglichen mit zahlreichen anderen Gasthäusern in Wilten recht stattlich. Andere wie das Wiltau, der Steneck, die Biene usw. waren wesentlich bescheidener.

Wenn wir dieses Lokal schon dem totalen Vergessen entreißen, so gehört sich noch ein Blick in die Zeitungen des 19. Jahrhunderts. (ANNO sei´s wieder gedankt!) Wirte lebten wohl schon immer von regelmäßigen Vereins-Treffen und Stammtischen. Das ist sozusagen das Brot des Wirtn. So finden wir beispielsweise einen Männer-Treff: Die Schlauchführer-Abteilung der Feuerwehr (1872).

Aber auch als Wahllokal diente das Gasthaus immer wieder (1884, 1887). Vielleicht wäre das aktuell eine Möglichkeit die Wahlbeteiligung wieder zu steigern.

Ein ganz besonderes Fronleichnamsfest ereignete sich 1881 in Wilten. Hier passt das Verb wirklich. Lesen Sie selbst: „Zur Feier der Frohnleichnams-Procession in Wilten, welche am Frohnleichnamsfeste mit seltenem Pompe begangen wurde, erfahren wir nachträglich, dass sich im weiteren Verlaufe des Festtages ein wahres Volks- und Schützenfest entwickelte, indem der wegen seiner patriotischen Gesinnung rühmlich bekannte Weinhändler Herr Anton Mayr den Schützen einen ganzen Hektoliter [!!] edelsten Tropfens zum Besten gab, der von den Eingeladenen im Gasthaus „zum Neuhaus“ seiner zweckmäßigen Bestimmung zugeführt wurde.“ (Innsbrucker Nachrichten, 20. Juni 1881, S. 3f.)

Ein wahrlich besinnliches Fest.

Schade, dass es solche Gasthäuser immer weniger gibt.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck Ph-5288)

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