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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Eine Winterreise Durch Tirol, Teil 4

Eine Winterreise durch Tirol, Teil 4

Weiter geht die Winterreise nach Oberau in der Wildschönau. Die Aufnahme, die als Titelbild dieses Beitrags dient, stammt aus der Sammlung Walter Kreutz. Angefertigt wurde die stimmungsvolle Winteraufnahme von dem Fotografen Emil Schneider.

Links im Bildvordergrund beginnt ein schmaler Pfad, der den Betrachter durch die tief verschneite Landschaft direkt in den Ort führt. In der Bildmitte überragt die Pfarrkirche, die der Heiligen Margaretha geweiht wurde, alle anderen Gebäude im Ort deutlich. Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Der heutige barocke Saalbau wurde in den Jahren 1751/1752 nach Plänen des Hippacher Architekten Johann Holzmeister errichtet. Die Deckengemälde schuf der Wiener Fresken- und Tafelmaler Josef Adam Mölk im Jahr 1751.

In der Zeitung Ostdeutsche Rundschau erschien am 10. April 1932 ein Artikel mit dem Titel „Unbekanntes Tirol“. Verfasser war Fritz Bodo. In seinem Beitrag beschrieb er in ein paar Zeilen auch die Sehenswürdigkeiten Oberaus: „So wollen wir von Wörgl aus einen Ausflug in die Wildschönau unternehmen. Vorbei an den stattlichen Höfen des Weilers Endfelden erreichen wir in dauerndem Anstieg die Talwasserscheide, auf deren Sattelhöhe sich der Ort Oberau, der Hauptort der Wildschönau, befindet. Wir stehen vor der stattlichen Kirche, deren 47 Meter hohe, dreifach gekuppelte Barockturm schon lange sichtbar war. Dieser prächtige Barockbau wurde nach den Plänen eines Wildschönauers erbaut und 1752 vollendet, nachdem im Jahre 1719 als Folge eines mutwilligen Streiches die Kirche und fast der ganze Ort abgebrannt waren. Die der Heiligen Margarethe geweihte Kirche enthält eine Reihe von Deckengemälden. Sie stammen von dem Wiener Hofmaler Johann Adam Mölk, der auch viele niederösterreichische und steirische Kirchen ausgemalt hat. Die später übermalten Fresken hat man bei der letzten Renovierung dankenswerter Weise wieder herstellen lassen.

Gegenüber der Kirche steht der stattliche Bau des Kellererwirtshauses. Er zeigt durch seine alten Gewölbe und Gänge hohes Alter an und war in vergangenen Zeiten das Kelleramt des Stiftes Seon. Ein Gedenkstein an der Außenmauer erinnert an den Tiroler Literarhistoriker Dr. Marian Prem, einem Sohn dieses Tales. Am steingebauten allen Widum sehen wir prächtige Erker. Alte Schützenscheiben an einem Haus, hübsche Gewerbezeichen an anderen, herrlichen Blu­menschmuck insbesondere am Schulhaus und der laufende Brunnen am Platz bieten zusammen ein trauliches Bild. Erst um die Steinhäuser stehen da und dort die freundlichen Holzbauten, darunter das Haus des ehemaligen Mi­nisters für Land- und Forstwirtschaft Nationalrat Andrä Thaler.“

(Stadtarchiv Innsbruck, KR-PL-3874)

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